Dubioser Brief aufgetaucht: Aufruf der CDU zum Wahlbetrug in Rheinland-Pfalz?

Mainz - Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am Sonntag ist ein dubioser Brief aufgetaucht, der sich offenbar an die Wahlhelfer richtete - und nun für jede Menge Ärger sorgt.

Echt oder Fake? Die SPD hat Aufklärung im Fall des aufgetauchten Schreibens verlangt.
Echt oder Fake? Die SPD hat Aufklärung im Fall des aufgetauchten Schreibens verlangt.  © Screenshot Twitter/SPD Rheinland-Pfalz

Die SPD Rheinland-Pfalz veröffentlichte das Schreiben auf ihrem Twitter-Account und forderte Aufklärung: "Unschöne Entdeckung am Wahltag. Die @cdurlp und ihr Abgeordneter Thomas Weiner müssen sofort erklären, was das sein soll? Ist das echt? Ist das ein Aufruf zum Wahlbetrug? Völlig daneben!"

In dem "Dankesbrief", den Wahlhelfer in dem Bundesland nach dem Auszählen der Stimmen bekommen haben sollen, wurden eben jene gebeten, "die Stimmen der SPD zu kontrollieren, damit dort nicht versehentlich ein paar Stimmzettel dazugeraten".

Weiter heißt es darin: "Im Land ist es Zeit für den Wechsel und den Wahlkreis wollen wir nach Jahrzehnten wieder für die CDU gewinnen."

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Mutmaßliche Absender: die zwei CDU-Politiker Sven Koch und Thomas Weiner (63). Beide sind CDU-Landtagskandidaten, Weiner außerdem CDU-Abgeordneter.

CDU reagiert via Twitter

Malu Dreyer (60, SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, steht am Sonntagabend auf der SPD-Landesvorstandssitzung mit einem Blumenstrauß vor den Genossen. Die SPD geht aus den Landtagswahlen vom 14. März 2021 als klarer Sieger hervor.
Malu Dreyer (60, SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, steht am Sonntagabend auf der SPD-Landesvorstandssitzung mit einem Blumenstrauß vor den Genossen. Die SPD geht aus den Landtagswahlen vom 14. März 2021 als klarer Sieger hervor.  © Andreas Arnold/dpa

Die CDU Rheinland-Pfalz reagierte drei Stunden später - ebenfalls auf Twitter: "Liebe Kollegen, die Vorwürfe sind absurd und entbehren jeder Grundlage."

Die Wahlhelfer würden einen ordentlichen Job machen und die Partei danke "ihnen für ihren Einsatz in schwierigen Pandemiezeiten."

Eine konkrete Stellungnahme, ob der Brief nun echt oder ein Fake ist, blieb die CDU Rheinland-Pfalz allerdings schuldig.

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3,1 Millionen Menschen in Rheinland-Pfalz waren am Sonntag aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Allerdings lag die Wahlbeteiligung bei nur 64,4 Prozent. Das waren sechs Prozentpunkte weniger als bei der Landtagswahl 2016.

Die Zahl der Nichtwähler stieg um etwa 203.500. 65,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler machten diesmal von der Briefwahl Gebrauch.

Die SPD bekam nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 35,7 Prozent der Stimmen. Deutlich dahinter lag die CDU mit 27,7 Prozent. Es folgten Grüne mit 9,3 Prozent, AfD mit 8,3 Prozent, FDP mit 5,5 Prozent sowie die Freien Wähler mit 5,4 Prozent.

Titelfoto: Montage: Andreas Arnold/dpa, Screenshot Twitter/SPD Rheinland-Pfalz

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