Hochwasser in Rheinland-Pfalz: Zahl der Todesopfer im Kreis Ahrweiler auf 122 gestiegen

Bad Neuenahr-Ahrweiler - In den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz werden die Aufräumarbeiten vorangetrieben und zugleich läuft die Suche nach Vermissten weiter.

Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (48, CDU) besuchte das Katastrophengebiet an der Ahr.
Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (48, CDU) besuchte das Katastrophengebiet an der Ahr.  © Torsten Silz/Bundesministerium Ernährung und Landwirtschaft/dpa

Zunehmend stellt sich auch die Frage, ob die von Unwetter und Fluten betroffenen Menschen an der Ahr nicht früher hätten alarmiert werden können.

Jetzt gebe es "die bittere Erkenntnis, dass die Warnungen des Europäischen Flutwarnungssystems und des Deutschen Wetterdiensts bei viel zu vielen Menschen nicht rechtzeitig angekommen sind", erläuterte die rheinland-pfälzische Europa-Abgeordnete Jutta Paulus (54, Grüne) zu einer Anfrage an die EU-Kommission in Brüssel.

"Wir müssen aus diesen Versäumnissen lernen, denn Extremwetterereignisse werden zunehmen." Der Landkreistag Rheinland-Pfalz forderte neue Sirenensignale, damit die Menschen in Risikogebieten rechtzeitig gewarnt werden können. "Die digitale Alarmierung funktioniert nicht, wenn kein Ton da ist", sagte der Geschäftsführende Direktor des Landkreistags, Burkhard Müller.

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Die etablierten Signale etwa zum Fliegeralarm oder zum ABC-Alarm bei einem Angriff mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen seien nicht mehr zeitgemäß. "Ich halte vier bis fünf neue Signale für zwingend erforderlich." Dazu sollte auch ein Signal gehören, sich auf keinen Fall in Kellerräumen aufzuhalten.

Kritische Stimmen kamen auch aus dem Landtag Rheinland-Pfalz. Die dort neu vertretene Fraktion der Freien Wähler sprach von einem "Versagen in Meldeketten". Der Fraktionsvorsitzende Joachim Streit (56) schloss sich dem Vorwurf der britischen Wissenschaftlerin Hannah Cloke an, die den Behörden ein "monumentales" System-Versagen in der Flutkatastrophe vorwarf.

Cloke war am Aufbau des EFAS (European Flood Awareness System) beteiligt, das nach den verheerenden Überschwemmungen an Elbe und Donau im Jahr 2002 gegründet wurde. Die AfD-Fraktion forderte einen Untersuchungsausschuss.

Enorme Verunreinigung nach Hochwasser-Katastrophe: Bevölkerung soll Ahr-Wasser nicht trinken

Meterhoch türmen sich Wohnwagen, Gastanks, Bäume und Schrott an einer Brücke über die Ahr.
Meterhoch türmen sich Wohnwagen, Gastanks, Bäume und Schrott an einer Brücke über die Ahr.  © dpa/Boris Rössler

Im Katastrophengebiet stehen jedoch die Suche nach Vermissten und die Hilfe für die Betroffenen ganz im Mittelpunkt. Die Zahl der in der Katastrophe ums Leben gekommenen Menschen steige weiter an, hatte Innenminister Roger Lewentz (58) erklärt.

An der Ahr wird die Bevölkerung davor gewarnt, das Wasser des Flusses zu trinken oder es zur Reinigung von Gegenständen zu nutzen. Das Ahr-Wasser sei durch Heizöl, Abwasser sowie Schlamm und Unrat stark verunreinigt, teilte das Pressezentrum Hochwasser-Ahrweiler am Montagabend mit.

Die Landesregierung will nun dafür sorgen, dass die Katastrophe nicht zu steigenden Corona-Infektionszahlen führt, etwa durch Hilfsaktionen oder die Unterbringung in Notunterkünften.

Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz: Bestattungen im Kreis Ahrweiler schwierig
Rheinland-Pfalz Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz: Bestattungen im Kreis Ahrweiler schwierig

"Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird", sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Das Landesgesundheitsministerium bereite in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonderimpfaktion in den Katastrophengebieten vor. Viele Rettungskräfte hätten schon den vollen Impfschutz.

An Orten, an denen viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, sollten Helferinnen und Helfer aber dafür sensibilisiert werden, trotz des Ausnahmezustands Corona-Maßnahmen weiter einzuhalten.

Update, 21. Juli, 19.30 Uhr: Land Rheinland-Pfalz stellt Soforthilfen für Flutopfer bereit

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat für Betroffene der Hochwasserkatastrophe in dem Bundesland Soforthilfen bis zu 3500 Euro pro Haushalt beschlossen. Das Geld soll ohne Bedürftigkeitsprüfung schnellstmöglich über die Kreisverwaltungen ausgezahlt werden, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Dienstag mit.

"Wer durch das Hochwasser einen Schaden an Wohnraum, Hausrat oder Kleidung erlitten hat, bekommt unbürokratisch und schnell Hilfe", teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) mit. Eine Vermögensprüfung sei nicht notwendig, Spenden würden nicht angerechnet. "Damit hoffen wir dazu beitragen zu können, die akute Not vieler Menschen ein Stück weit zu lindern."

Darüber hinaus seien auf dem Spendenkonto der Landesregierung mehr als 6,2 Millionen Euro an Privatspenden eingegangen, teilte die Staatskanzlei mit. "Das Geld soll über die Kreisverwaltungen verteilt werden", meinte Lewentz. "Vor Ort kann am besten gesehen werden, wo die Not am größten ist und wie Abhilfe geschaffen werden kann."

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von einer «beispiellosen Spendenbereitschaft». Das Leid vieler Menschen sei unermesslich. "Umso wichtiger ist dieses starke Signal der Solidarität mit der Region. Es ist für die Menschen vor Ort wichtig zu erfahren, dass sie in ihrem Leid nicht alleine sind", betonte sie.

Update, 20. Juli, 18.15 Uhr: Marburger Bund besorgt über medizinische Lage in Hochwassergebieten

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat sich mit Blick auf die Versorgung von Patienten in den westdeutschen Katastrophengebieten besorgt gezeigt. Wie es in einer Mitteilung vom Dienstag hieß, seien beispielsweise zahlreiche Arztpraxen in den betroffenen Regionen überschwemmt, nicht mehr arbeitsfähig oder sogar komplett zerstört. Niemand habe bisher ein komplettes Bild davon, wie stark die medizinische Grundversorgung zerstört sei, hieß es.

"Wir wissen derzeit von über 20 Arztpraxen alleine in Rheinland-Pfalz, die nicht mehr arbeitsfähig sind", sagte Hans-Albert Gehle, Vorsitzender des Marburger Bundes in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, laut Mitteilung. Nicht von Hochwasser betroffene Praxen müssten Patienten in einer solchen Lage mitversorgen.

Es sei zudem sinnvoll, wenn für chronisch Kranke und sonstige Patienten in Gemeinden und Stadtteilen provisorische "Not-Praxen" sowie "Not-Apotheken" aufgebaut würden.

Update, 20. Juli, 18.10 Uhr: Zahl der Toten im Kreis Ahrweiler steigt auf 122

Die Zahl der Todesopfer der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler ist auf 122 gestiegen. Das sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Koblenz. Bislang war die Rede von 117 Toten gewesen. Die Zahl der Verletzten stieg ebenfalls auf nunmehr 763.

Aktuell würden noch 155 Menschen vermisst, sagte der Sprecher weiter.

Update, 20. Juli: Bundesregierung will Soforthilfe für Hochwasseropfer beschließen

Rheinland-Pfalz, Altenahr: Ein von der Flut mitgerissenes Auto liegt in der Stadtmitte. Zahlreiche Häuser in dem Ort wurden komplett zerstört oder stark beschädigt.
Rheinland-Pfalz, Altenahr: Ein von der Flut mitgerissenes Auto liegt in der Stadtmitte. Zahlreiche Häuser in dem Ort wurden komplett zerstört oder stark beschädigt.  © Boris Roessler/dpa

Eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands will die Bundesregierung am Mittwoch millionenschwere Soforthilfen auf den Weg bringen. Damit sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden.

Insgesamt geht es um rund 400 Millionen Euro, die je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern getragen werden sollen. Außerdem ist ein Aufbaufonds geplant. Über dessen Höhe soll erst entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden in den kommenden Wochen genauer absehbar ist.

Der Bund will den Ländern zudem die Kosten für Rettungseinsätze von Bundespolizei, Technischem Hilfswerk und Bevölkerungsschutz erlassen. Auch die Bundeswehreinsätze in den Überschwemmungsgebieten sollen nicht in Rechnung gestellt werden. Zur Bewältigung der Schäden sollen auch Mittel aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragt werden.

Das Kabinett will auch den ersten Teil einer neuen Strategie für den Bevölkerungsschutz beschließen. Zunächst soll eine "Nationale Reserve Gesundheitsschutz" aufgebaut werden, mittelfristig aber auch die Vorsorge für andere Krisen - wie etwa Hochwasserlagen und größere Brände - verbessert werden. Geplant ist ein gemeinsames Krisenzentrum von Bund und Ländern, in dem Vertreter aller beteiligten Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen zusammenarbeiten.

Update, 20. Juli, 16.40 Uhr: Bundeswehr baut Behelfsbrücke im Weinort Rech

Im von der Hochwasserkatastrophe schwer getroffenen Weinort Rech baut die Bundeswehr eine erste Behelfsbrücke über die Ahr. Seit dem verheerenden Unwetter habe der südliche Hauptteil des bei Touristen beliebten Dorfs mit seinen rund 590 Einwohnern nur noch über Boote und aus der Luft versorgt werden können, berichtete Generalleutnant Martin Schelleis am Dienstag in Rech.

"Der Südteil war nicht mehr erreichbar", ergänzte Kompaniechef Lukas Schöps. Die sogenannte Panzerschnellbrücke solle von Mittwochmittag an für Autos befahrbar sein. Da sie nur etwa 20 Meter lang und damit etwas schmaler als die Ahr sei, müsse das Flussufer mit Hilfe eines Panzers und Baggern vorbereitet und etwas verlängert werden.

In dem südlichen Ortsteil halten sich nach den Worten von Ortsbürgermeister Dominik Gieler rund 400 Bewohner und Einsatzhelfer auf. Acht Häuser in dem Weinort seien ganz weggebrochen und neun weitere seien einsturzgefährdet. Zahlreiche Weinreben wurden vernichtet. "Die Stimmung ist schon sehr angespannt", sagte Gieler. "Die Leute helfen sich gegenseitig. Der Schock sitzt tief und man versucht, das Beste daraus zu machen."

Die ersten Helfer seien am Freitag eingetroffen, zwei Tage nach dem Unwetter. "Die Lage ist immer noch absolut chaotisch", kritisierte der Bürgermeister. Die Koordination zwischen Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und den vielen Helfern "läuft überhaupt nicht". Die Leute müssten besser zusammengeführt werden und es brauche in jedem Ort einen Ansprechpartner.

Vieles sei der Selbstorganisation überlassen und man wisse nicht, was in dem Tal passiere, wenn nach den sommerlichen Tagen das Wetter umschlage, "ob dann Abwasser von oben kommt". Es fehle an Strom, Wasser und warmen Essen. "Die Leute können immer noch nicht warm duschen."

"Es gibt super Hilfe von Seelsorgern aus dem ganzen Bundesgebiet", sagte Gieler. Es kämen auch viele Helfer und packten beim Aufräumen und Entschlammen an. Einige Traktorfahrer aus Wiesbaden etwa seien am Sonntag sechs Stunden lang gefahren, um nach Rech zu kommen, hätten die ganze Nacht gearbeitet und seien dann wieder nach Hause gefahren. "Das ist eine Hilfsbereitschaft, die ihresgleichen sucht."

Update, 20. Juli, 15.40 Uhr: Beschädigte Ahrbrücke könnte teilweise abgerissen werden

Die Infrastruktur in Teilen von Rheinland-Pfalz hat durch die Überschwemmungen schweren Schaden genommen. Nun forschen Fachleute nach geeigneten Lösungen um den Verkehr am Laufen zu halten.

So hatte am Dienstag etwa ein Prüfungstrupp des Landesbetriebs Mobilität (LBM) die Ahrbrücke bei Sinzig (Kreis Ahrweiler) in Augenschein genommen. Wie eine Sprecherin am Dienstag sagte, werde untersucht, ob die Brücke zum Teil abgerissen werden kann, ohne dass der noch intakte Teil beschädigt wird.

Die zweigeteilte Brücke als Teil der B9 gilt als wichtige Verbindung zwischen Köln und Bonn auf der einen und Koblenz auf der anderen Seite. Durch die heftige Strömung hatten die Fluten der angeschwollenen Ahr am Ende der vergangenen Woche einen der Brückenpfeiler schwer beschädigt. Der war daraufhin abgesackt. "Dadurch wurde die Fahrbahn auf der einen Seite beschädigt, so dass die Strecke in Fahrtrichtung Koblenz unterbrochen wurde", sagte die Sprecherin des Landesbetriebs.

Könnte man den Teil abreißen, der die zweispurige Fahrbahn in Richtung Koblenz vor der Zerstörung getragen hatte, bliebe auf der gegenüberliegenden Seite ein intakter Bereich der Brücke übrig. Dessen beide Spuren waren bisher für die Fahrt in Richtung Bonn und Köln reserviert.

Sie könnte man für jeweils eine Fahrtrichtung nutzen, so das Kalkül des LBM. "Es dürfte noch einige Tage dauern, bis wir wissen, ob der eine Teil der Brücke ohne Weiteres abgerissen werden kann", sagte die LBM-Sprecherin.

Update, 20. Juli, 13.15 Uhr: Missbrauchen Rechtsextremisten die Flutkatastrophe für politische Zwecke?

Im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz treten offenbar Rechtsextremisten auf, die sich als "Kümmerer vor Ort" ausgeben, wie die Polizei in einer weiteren Twitter-Nachricht bekannt gab. Demnach haben die Beamten das Geschehen "genauestens im Blick".

In einem zweiten Tweet teilte die Polizei Koblenz mit, dass nicht gegen das Agieren der Rechtsextremisten vorgegangen werden könne, solange nicht gegen geltendes Recht verstoßen würde.

Allerdings heißt es in dem Tweet auch, man werde "mit aller Entschiedenheit gegen Menschen einschreiten, die unter dem Anschein von Hilfe die Lage für politische Zwecke missbrauchen".

Große Schäden nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz: Ein Bagger verdichtet eine notdürftig geflickte Brücke über den Fluss Ahr.
Große Schäden nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz: Ein Bagger verdichtet eine notdürftig geflickte Brücke über den Fluss Ahr.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 20. Juli, 11.50 Uhr: Falsche Polizei-Autos verbreiten Fake-News im Katastrophengebiet

Die Polizei in Koblenz warnt auf Twitter: In dem Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz seien "Fahrzeuge mit Lautsprechern, die polizeilichen Einsatzfahrzeugen ähneln" unterwegs. Diese würden über Lautsprecher die Falschmeldung verbreiten, dass Polizei und Rettungsdienst die Anzahl ihrer Einsatzkräfte reduzieren würden.

Laut Polizei sei dies eine eindeutige Fake-News. "Wir sind ununterbrochen da!", heißt es abschließend in dem Tweet.

Update, 20. Juli, 11.30 Uhr: Bus bietet Corona-Impfungen im Ahrtal an

Die Flut hat die Front dieses Wohnhauses in Dernau komplett fortgerissen.
Die Flut hat die Front dieses Wohnhauses in Dernau komplett fortgerissen.  © Boris Roessler/dpa

Aus Sorge vor einer Ausbreitung der Corona-Pandemie im Katastrophengebiet haben Landesregierung und Kreisverwaltung im Ahrtal einen Impfbus gestartet.

Ohne Anmeldung für einen Termin können sich Bewohner der Region dort impfen lassen, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag in Mainz mitteilte. In dem Bus gibt es auch die Möglichkeit zu Corona-Schnelltests. Impfen und Testen seien die beiden wichtigsten Vorkehrungen gegen eine Zunahme von Infektionen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. "Angesichts einer Infrastruktur, die so schwer beschädigt ist, ist die Gefahr da."

Der Bus des Impfzentrums Koblenz sollte am Dienstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit den dezentralen Impfungen starten. Dabei kommen die Impfstoffe von Biontech sowie von Johnson und Johnson zum Einsatz.

In der Katastrophenhilfe werde "notwendigerweise Hand in Hand" gearbeitet, "oftmals ohne Corona-Schutzmaßnahmen umfänglich einhalten zu können", erklärte Staatssekretär Denis Alt (SPD). "Mit Impfungen und Schnelltests wollen wir den Betroffenen und den zahlreichen Helferinnen und Helfern ein unbürokratisches Schutzangebot machen, um so die Pandemie im Katastrophengebiet im Griff zu behalten."

Der Staatssekretär rief dringend alle bisher noch ungeimpften Erwachsenen im betroffenen Gebiet auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. In ganz Rheinland-Pfalz waren bis Montag 46,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Update, 20. Juli, 9.35 Uhr: Gaffer behindern Hilfe in Ahrweiler

Wie die Polizei in Koblenz am Dienstagmorgen über Twitter mitteilte, behindern Gaffer die Hilfsmaßnahmen in Ahrweiler. Zudem brächten die Schaulustigen dabei auch sich selbst in Gefahr.

"Wir bitten eindringlich, sich nicht ohne triftigen Grund in das #Katastrophengebiet zu begeben", heißt es wörtlich zum Abschluss in der Twitter-Nachricht der Polizei.

Update, 7.01 Uhr: Aufräumarbeiten nach Unwetter in Kordel weitgehend abgeschlossen

Nach der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind die Aufräumarbeiten in Kordel (Kreis Trier-Saarburg) weitgehend abgeschlossen. Die meisten Trümmer seien entfernt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Im ebenfalls von der Katastrophe hart getroffenen Trierer Stadtteil Ehrang gehe es am Dienstag mit den Aufräumarbeiten weiter.

Derweil suchen die Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. Wie die Polizei in Koblenz twitterte, würden im Kreis Ahrweiler derzeit sämtliche Hotels, Gaststätten und Unterkünfte angeschrieben, um vorhandene Gästelisten mit den Vermisstenmeldungen abzugleichen.

Die Polizei bittet Unterkünfte, die noch nicht von der Polizei kontaktiert worden sind, sich mit den Einsatzkräften in Verbindung zu setzen.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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