Schatzsucher sollen rassistische und sexistische Whatsapp-Nachrichten geschrieben haben

Koblenz - Nach dem Skandal um menschliche Wirbelsäulen in Blumentöpfen sieht sich die Landesarchäologie Koblenz mit Vorwürfen wegen rassistischer und sexistischer Formulierungen konfrontiert.

In der Chatgruppe gab es zahlreiche rassistische, sexistische, homophobe und pornografische Inhalte (Symbolfoto).
In der Chatgruppe gab es zahlreiche rassistische, sexistische, homophobe und pornografische Inhalte (Symbolfoto).  © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Nach Mitteilung des SWR vom Mittwoch sollen in einer Whatsapp-Gruppe von rund 30 vorwiegend männlichen Amateur-Sondengängern namens "NFG AW" (Nachforschungsgenehmigung Ahrweiler) unter anderem rassistische, sexistische, homophobe und pornografische Inhalte geteilt worden sein.

Zwei Schatzsucher hätten sich deshalb an die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gewandt.

Ein Mitarbeiter der Landesarchäologie bezeichne sich in dem Chat als Administrator in wissenschaftlichen Angelegenheiten - die Genehmigungen für die Sondengänger erteilten allerdings die Unteren Denkmalschutzbehörden.

In dem Chat, der dem SWR in Teilen vorliegt, wird laut dem Sender auch ein Beamter der Landesarchäologie bedroht. Für ihn gebe es ein "Weihnachtsgeschenk", habe ein Teilnehmer geschrieben.

Ein Bild zeige eine Weltkriegsbombe. Statt gegen solche Äußerungen einzugreifen, melde sich der Administrator der Landesarchäologie im Chat zu Themen wie "Öffentliches Betrinken" oder "Russische Frauen" zu Wort.

Bemerkung soll nur harmloser Witz gewesen sein

Die Chat-Gruppe habe laut einigen Teilnehmern einen "privaten Charakter" (Symbolfoto).
Die Chat-Gruppe habe laut einigen Teilnehmern einen "privaten Charakter" (Symbolfoto).  © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Das Wissenschaftsministerium in Mainz teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Die Beiträge sind indiskutabel und unangemessen." Die Landesarchäologie distanziere sich von ihnen.

Sie sei weder Betreiber des Chats noch für dessen Inhalte verantwortlich. Ihre Mitarbeiter seien angewiesen worden, "nicht nur aus dieser, sondern auch aus anderen Sondengänger-Chat-Gruppen auszutreten". Zudem habe die Landesarchäologie eine dienstrechtliche Prüfung des Sachverhaltes eingeleitet. Das Verfahren dauere an.

Derweil verwiesen laut SWR einige der Sondengänger auf den "privaten Charakter" des Chats. Die Bombe sei nur ein "Druckbehälter" und diese Bemerkung ein harmloser Witz gewesen. Wegen der rassistischen, sexistischen und homophoben Beiträge hätten sich die Verfasser reumütig gezeigt und versichert, so etwas nicht mehr zu schreiben.

Die Koblenzer Außenstelle der Landesarchäologie hatte kürzlich schon Schlagzeilen mit zwei Installationen aus menschlichen Wirbelsäulen in Blumentöpfen auf ihren Schreibtischen gemacht. Bei der bizarren Dekoration handelte sich um mittelalterliche Knochen aus Grabungen.

Titelfoto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

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