Gericht kassiert "Click and Meet"-Regelung in diesem Bundesland ein

Saarbrücken - Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes hat eine wesentliche Vorschrift zur Beschränkung des Einzelhandels am Mittwoch vorläufig außer Vollzug gesetzt.

"Click and Meet". Wie hier in Dresden kann vielerorts nur per Terminvergabe geshoppt werden. Bei diesem Geschäft gibt es Eingänge für registrierte Kunden und welche, die sich noch nicht angemeldet haben.
"Click and Meet". Wie hier in Dresden kann vielerorts nur per Terminvergabe geshoppt werden. Bei diesem Geschäft gibt es Eingänge für registrierte Kunden und welche, die sich noch nicht angemeldet haben.  © Oliver Dietze/dpa

Dabei geht es um die Pflicht zur vorherigen Terminbuchung und die Beschränkung auf einen Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche, die in zahlreichen Geschäfte derzeit gilt.

Sie sei eine Ungleichbehandlung gegenüber "privilegierten Geschäftslokalen" wie Buchhandlungen und Blumenläden, in denen eine Person pro 15 Quadratmeter als "infektionsschutzrechtlich unbedenklich" angesehen werde (Az. 2 B 58/21), teilte das OVG mit.

Die gegenwärtige Regelung verletze auch das Grundrecht der Berufsausübungsfreiheit und die Eigentumsgarantie.

Zudem bestünden "erhebliche Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Betriebseinschränkungen" - angesichts der derzeitigen Infektionslage.

Denn dem Gesundheitssystem drohe derzeit keine Überlastung, hieß es.

In einem Eilverfahren hatte die Betreiberin eines Computerladens gegen die entsprechenden Vorschriften in der Corona-Verordnung des Saarlandes geklagt. Sie durfte nur im sogenannten Termin-Shopping einen Kunden und eine weitere Person aus dessen Hausstand pro 40 Quadratmeter bedienen.

Blumenläden und Buchhandlungen dürfen dagegen seit Montag einen Kunden pro 15 Quadratmeter bedienen.

Wie schnell wird die saarländische Landesregierung eine neue Regelung beschließen?

Bevor die Regierung Mitte Dezember einen Knallhart-Lockdown beschloss, war mehr in den Innenstädten los als jetzt.
Bevor die Regierung Mitte Dezember einen Knallhart-Lockdown beschloss, war mehr in den Innenstädten los als jetzt.  © Oliver Dietze/dpa

Es gebe keine Rechtfertigung dafür, warum manche der Geschäfte, die nicht immer zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung unbedingt erforderlich seien, "deutlich strenger" behandelt würden als andere, teilte das OVG mit.

Die Einhaltung der Hygieneregeln liege "im ureigenen Interesse der Geschäftsbetreibenden".

Bei vielen kleineren Einzelhandelsgeschäften drohe aufgrund der bisherigen Schließung und bei Fortdauer der Öffnungsbeschränkung existenzbedrohender Schaden, hieß es weiter.

Es stehe dahin, ob die Wiedereröffnung dieser Geschäfte mit strengen Hygienevorgaben nicht sogar eher zu einer Entspannung des Einkaufsgeschehens und weniger Kundenansammlungen in großen Märkten und Vollsortimentern beitrage.

Von dem Richterspruch könnten neben dem IT-Laden nun generell auch andere Einzelhandelsgeschäfte profitieren, sagte eine Sprecherin des OVG.

Es bleibe nun abzuwarten, wie schnell die Landesregierung eine neue Regelung beschließe.

Titelfoto: Oliver Dietze/dpa

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