Anhalt-Bitterfeld will kein Lösegeld an Hacker zahlen: "Werden uns nicht erpressbar machen"

Von Jennifer Weese

Köthen - Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld will nach dem Hackerangriff auf die Computersysteme kein Lösegeld zahlen.

Landrat Andy Grabner (46, CDU) machte klar: Anhalt-Bitterfeld wird nach dem Hackerangriff kein Lösegeld zahlen.
Landrat Andy Grabner (46, CDU) machte klar: Anhalt-Bitterfeld wird nach dem Hackerangriff kein Lösegeld zahlen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Das sagte Landrat Andy Grabner (46, CDU) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich hatte er sich zuvor im MDR geäußert: "Es wird keine Forderung beglichen. Wir werden uns als öffentliche Hand nicht erpressbar machen."

Die genaue Höhe des verlangten Betrags war zunächst unklar. Nach Angaben des Landeskriminalamts haben solche Lösegeldforderungen üblicherweise eine sechs- oder siebenstelliger Höhe.

Mehrere Server des Landkreises waren bei einem Cyberangriff vergangene Woche den Angaben zufolge mit sogenannter Ransomware infiziert worden, bei dem Daten verschlüsselt werden. Die Quelle der Infektion war zunächst unklar.

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Nach einer Geldzahlung sollten die Daten wieder freigegeben werden.

Eine Garantie, dass nach Zahlung der Erpressungssumme wieder Zugriff auf die Daten besteht, gibt es allerdings nicht.

UPDATE, 18.45 Uhr: Landes- und Bundesbehörden arbeiten zusammen

Nach dem schweren Cyber-Angriff auf das Netzwerk der Verwaltung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld arbeiten Landes- und Bundesbehörden zusammen, um die Arbeitsfähigkeit schnellstmöglich wiederherzustellen.
Nach dem schweren Cyber-Angriff auf das Netzwerk der Verwaltung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld arbeiten Landes- und Bundesbehörden zusammen, um die Arbeitsfähigkeit schnellstmöglich wiederherzustellen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Angesichts des Hackerangriffs auf die Server des Landkreises Anhalt-Bitterfeld wollen Landes- und Bundesbehörden mit vereinten Kräften arbeiten.

Bei einem Arbeitstreffen am Mittwoch habe man eine enge Zusammenarbeit vereinbart, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur im Anschluss. Ziel sei es, die Arbeitsfähigkeit der Behörden schnellstmöglich wiederherzustellen.

Neben Innenminister Michael Richter (67, CDU) und dem Landrat Andy Grabner nahmen an dem Treffen in Köthen demnach unter anderem Vertreter des Landeskriminalamts, des Finanzministeriums und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik teil.

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Zu den beschlossenen Maßnahmen und dem laufenden Ermittlungsverfahren machte der Sprecher keine weiteren Angaben.

An vielen Stellen läuft die Lösungsfindung bereits: Seit Montag können etwa Beschäftigte des Gesundheitsamts Anhalt-Bitterfeld Arbeitsplätze in Dessau-Roßlau benutzen, hieß es seitens beider Landkreise.

Darüber hinaus stehen laut Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt bei Bedarf dort und in Halle noch weitere Räumlichkeiten zur Verfügung.

Auch an der Analyse, der Identifikation und der Bekämpfung des Virus gibt es seit dem Wochenende schon Zusammenarbeit.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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