Automatensprenger in Ellbogen geschossen: Jetzt ermittelt Staatsanwaltschaft gegen LKA-Beamte

Weißenfels - Wegen eines Anfangsverdachts auf Körperverletzung im Amt ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft gegen Beamte des Landeskriminalamts (LKA). Zuvor hatte das LKA selbst gegen die beteiligten Spezialkräfte ermittelt (TAG24 berichtete).

Die Beamten sollen einem Tatverdächtigen in den Ellbogen geschossen haben. (Symbolbild)
Die Beamten sollen einem Tatverdächtigen in den Ellbogen geschossen haben. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Dabei gehe es um den möglicherweise unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt bei der Festnahme eines Beschuldigten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am heutigen Dienstag. Zudem habe ein Beamter zuvor seine Dienstwaffe benutzt. Beide Komplexe seien demnach Teil der Ermittlungen. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft berichtet.

Hintergrund ist ein Einsatz in der Nacht zum 3. Mai in Weißenfels im Burgenlandkreis. Damals hatten sachsen-anhaltische Spezialkräfte fünf Verdächtige festgenommen, nachdem in einer Bankfiliale ein Geldautomat aufgesprengt worden war. Die mutmaßlichen Automatensprenger hätten zunächst versucht, zu flüchten, hieß es vom LKA.

Bei der Festnahme wurde einem Verdächtigen bei der Flucht in den Ellbogen geschossen, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei aus Kiel nach dem Zugriff mitteilten. Die Sicherheitskräfte aus Schleswig-Holstein waren den Angaben zufolge federführend an den Ermittlungen beteiligt.

Der Einsatz wurde von einer Überwachungskamera am Tatort gefilmt. Bei der Auswertung der Aufzeichnungen sei der Verdacht aufgekommen, dass die Spezialkräfte bei der Festnahme Gewalt angewendet haben könnten, die nicht verhältnismäßig war, so der LKA-Sprecher. Jetzt werde geprüft, ob eine rechtliche Grundlage wie Notwehr gegeben war, um entsprechend zu handeln, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Mittlerweile habe einer der Beschuldigten laut Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen die Polizei erstattet. Die Beschuldigten hätten sich demnach noch nicht zu dem Vorgang geäußert. Dies könne sich jedoch ändern, wenn die Anwälte der Beschuldigten Akteneinsicht genommen haben.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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