Bessere digitale Infrastruktur: Hüskens will "5G an jeder Milchkanne"

Magdeburg - In Sachsen-Anhalt gibt es teils große Lücken beim Internet- und Mobilfunknetz. Die Politik will handeln und macht dafür ordentlich Geld locker.

Infrastruktur- und Digitalministerin Lydia Hüskens (57, FDP) setzt sich für den Ausbau des Mobilfunknetzes in Sachsen-Anhalt ein.
Infrastruktur- und Digitalministerin Lydia Hüskens (57, FDP) setzt sich für den Ausbau des Mobilfunknetzes in Sachsen-Anhalt ein.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Von wegen flächendeckendes Internet und Handyempfang in Sachsen-Anhalt: Zwischen Altmark und dem südlichsten Zipfel des Burgenlandkreises gibt es teils große Lücken bei der Breitbandversorgung und im Mobilfunknetz.

Die schwarz-rot-gelbe Koalition will sich dieser Probleme annehmen. "Ich möchte doch auch 5G an jeder Milchkanne haben", sagte Infrastruktur- und Digitalministerin Lydia Hüskens (57, FDP) der Deutschen Presse-Agentur.

5G ist ein Mobilfunkstandard, der bis zu 100 Mal schneller als der Standard 4G (LTE) ist.

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Beim Thema Mobilfunkausbau hofft die FDP-Ministerin künftig vor allem auf intelligentere und zielführendere Vergabeverfahren. Bislang sei immer dem Meistbietenden der Zuschlag erteilt worden.

Wenn ein Ort schon nicht gut über Breitband angebunden sei, müssten die Menschen wenigstens über das mobile Netz ordentlich ins Internet gehen können, so Hüskens.

Die Breitbandversorgung ist noch nicht überall optimal ausgebaut. (Symbolbild)
Die Breitbandversorgung ist noch nicht überall optimal ausgebaut. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Finanzschwache Kommunen sollen besonders gefördert werden

Für eine bessere digitale Infrastruktur hat die Landesregierung 113 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen vorgesehen. Damit und mit weiteren EU-Fördermitteln sollen insbesondere finanzschwache Kommunen gefördert werden.

In der Vergangenheit seien entlegenere Orte allein gelassen worden, sagte Hüskens. In Sachen Breitband gibt es laut Bundesnetzagentur in ganz Sachsen-Anhalt einige graue Flecken, also Gebiete mit einer Internetversorgung von weniger als 100 Megabit pro Sekunde. Vor allem die Altmark schneidet schlecht ab. Ansätze, wie man das ändern kann, gibt es in anderen Ländern. Davon will auch Sachsen-Anhalt lernen. Wenn etwa im ländlichen Raum ohnehin Straßen gebaut würden, wolle man parallel dazu Leerrohre verlegen, so Hüskens. Dadurch könne man es den Anbietern leichter machen, diese Leerrohre auch zu nutzen.

Bei der Frage, bis wann jeder Ort im Harz oder in der Altmark über ein gutes Netz verfügt, wollte sich die Ministerin nicht festlegen. "Aber wir haben gesehen, dass einige andere Bundesländer das hinbekommen haben", sagte sie. Da sei sie optimistisch, dass auch Sachsen-Anhalt das hinbekomme.

"Ich überrasche die Menschen lieber damit, dass sie feststellen, es bewegt sich", sagte Hüskens.

Titelfoto: Bildmontage: Fabian Sommer/dpa, Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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