Bier mit Nazi-Symbolik verkauft: Anklage gegen Getränkemarkt

Naumburg/Bad Bibra - Ein Getränkemarkt aus Bad Bibra (Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt) hatte Anfang des Jahres für Empörung gesorgt, weil er Bier mit Nazi-Symbolik verkaufte (TAG24 berichtete) - jetzt hat die Generalstaatsanwaltschaft Anklage in dem Fall erhoben.

Nach Bekanntwerden des Falls hatte der Getränkehändler das Bier angeblich umgehend aus dem Laden entfernt. Zudem soll er sich distanziert haben.
Nach Bekanntwerden des Falls hatte der Getränkehändler das Bier angeblich umgehend aus dem Laden entfernt. Zudem soll er sich distanziert haben.  © Screenshot/Facebook/Götz Ulrich

Der Fall liege beim Amtsgericht Naumburg, das über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden müsse, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg am Mittwoch. 

Angeklagt sei der Getränkehändler, in dessen Geschäft das Bier namens "Deutsches Reichsbräu" in der bei Neonazis beliebten Frakturschrift für 18,88 Euro verkauft wurde.

Die Zahl "18" ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, die Initialen Adolf Hitlers. Die "88" steht in der Szene für "Heil Hitler".

Die neue Biermarke wurde von einem bekannten Südthüringer Rechtsextremisten Anfang des Jahres im Internet angekündigt. Dem Getränkehändler wird dem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft zufolge die Verbreitung von Kennzeichen vorgeworfen, die verfassungsfeindlichen Kennzeichen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Nach Bekanntwerden des Falles hatte der Franchise-Geber die Zusammenarbeit mit dem Eigentümer des Ladens aufgekündigt und auch die Deutsche Post hatte die Suche nach einem neuen Kooperationspartner im örtlichen Einzelhandel angekündigt.

Titelfoto: Screenshot/Facebook/Götz Ulrich

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