Halle-Attentäter nach Fluchtversuch in Hochsicherheits-Knast verlegt

Halle (Saale) - Die Jüdische Gemeinde in Halle hat mit Entsetzen auf die Nachricht vom Fluchtversuch des Synagogen-Attentäters aus dem Gefängnis reagiert.

Blumen und Kerzen liegen nach dem Anschlag vor der Synagoge in Halle. (Archivbild)
Blumen und Kerzen liegen nach dem Anschlag vor der Synagoge in Halle. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

"Das ist unfassbar, dass er es fast geschafft hat. Mir fehlen die Worte", sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Max Privorozki, am heutigen Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Es sei kaum vorstellbar, was alles hätte passieren können, wenn er es geschafft hätte. Er erwarte, "dass sich das nicht wiederholt".

Das Gefängnis Roter Ochse befindet sich inmitten der Stadt und nahe der Peißnitzinsel, dem größten Naherholungsgebiet für Familien.

Stephan B. (28) war am Pfingstsamstag nach Behördenangaben während eines Hofgangs im Gefängnis über einen 3,40 Meter hohen Zaun geklettert. 

Er hatte sich den Angaben nach für rund fünf Minuten unbeobachtet im Gefängnis bewegt bevor er von Bediensteten bemerkt worden sein soll. 

Nach Angaben eines Sprechers des Justizministeriums war eine Fluchtabsicht des Mannes erkennbar. Er wurde nach dpa-Informationen in das Hochsicherheitsgefängnis nach Burg verlegt.

Der Rechtsextremist und Halle-Attentäter Stephan B. (28) war am Pfingstsamstag über einen 3,40 Meter hohen Gefängniszaun geklettert. (Archivbild)
Der Rechtsextremist und Halle-Attentäter Stephan B. (28) war am Pfingstsamstag über einen 3,40 Meter hohen Gefängniszaun geklettert. (Archivbild)  © Uli Deck/dpa
B. wurde ins Hochsicherheitsgefängnis nach Burg bei Magdeburg verlegt.
B. wurde ins Hochsicherheitsgefängnis nach Burg bei Magdeburg verlegt.  © Rochus Görgen/dpa-Zentralbild/dpa

Der Rechtsextremist hatte am 9. Oktober 2019 - am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur - schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Er schoss auf eine Holztür und warf Sprengsätze.

Als er es nicht schaffte, in die Synagoge zu gelangen, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und in einem nahen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Mann. Am 21. Juli soll der Prozess gegen ihn beginnen.

Titelfoto: Bildmontage: Rochus Görgen/dpa-Zentralbild/dpa, Uli Deck/dpa

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