Extrem-Wetter in Sachsen-Anhalt! Schnee sorgt für Chaos auf Straßen und Autobahnen

Magdeburg - Der Winter hält auch in Sachsen-Anhalt Einzug: Die Schneemassen behindern den Verkehr auf den Autobahnen und sorgen für zahlreiche Unfälle.

Auch in Sachsen-Anhalt herrscht Schneechaos. So auch auf der Bundesstraße 245 zwischen Haldensleben und Halberstadt.
Auch in Sachsen-Anhalt herrscht Schneechaos. So auch auf der Bundesstraße 245 zwischen Haldensleben und Halberstadt.  © Matthias Strauß

In Halle wurden die Nutzer der Warn-App Katwarn am Montagmorgen aufgefordert, vorerst alle nicht notwendigen Wege zu vermeiden und zu Hause zu bleiben.

Es herrsche eine Extremwetterlage, hieß es in der Mitteilung. Straßen und Schienenwege könnten unpassierbar sein, Bäume drohen unter der Schneelast zusammenzubrechen.

Außerdem kommt es in Sachsen-Anhalt zu Einschränkungen beim Bus- und Bahnverkehr.

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe haben den Betrieb komplett eingestellt. Wann die Straßenbahnen und Busse wieder fahren können, konnte zunächst nicht gesagt werden. In Halle wurde auf Notbetrieb und Schienenersatzverkehr umgestellt.

Auch beim Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn kam es zu Behinderungen. Mehrere Züge fielen komplett aus. Laut Bahn ist den Montag über mit Verspätungen zu rechnen.

Wegen Schnee und Glätte kommt es noch dazu auf der Autobahn 4 in Sachsen-Anhalt in beiden Richtungen zu Verkehrsbehinderungen. Die Hauptfahrbahn sei zwar mittlerweile wieder gut geräumt, die linke Fahrspur in beiden Richtungen jedoch weiterhin komplett gesperrt. Außerdem seien die Parkplätze nicht befahrbar und auf den Standstreifen stünden Lastwagen, die nicht weiterkommen.

Lastwagen schlittert über die A2

Der verunfallte Lkw war in zwei Leitplanken geknallt.
Der verunfallte Lkw war in zwei Leitplanken geknallt.  © Polizeiinspektion Magdeburg

In den frühen Morgenstunden am Montag fiel ein Lkw auf der A2 bei Theeßen den Witterungsverhältnissen zum Opfer.

Der 49-jährige polnische Fahrer war gegen 3.20 Uhr auf der mittleren Spur in Richtung Hannover unterwegs, als er plötzlich nach links von der Fahrbahn abkam und gegen die Leitplanke knallte.

Wie ein Pressesprecher des Verkehrs- und Autobahndienstes mitteilte, drehte sich der Lkw durch den Aufprall um 180 Grad und krachte daraufhin in die rechte Leitplanke. Auf dem Grünstreifen kam der Wagen schließlich zum Stehen.

Doch nicht nur der Schnee und die Glätte schienen für den Unfall verantwortlich zu sein: Ein Atemalkoholtest beim Fahrer ergab einen Wert von 1,45 Promille. Daraufhin ging es für ihn erstmal ins Krankenhaus.

Der Lkw war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.

Die Bergungsarbeiten dauern auch am Mittag noch an. Der Verkehr wird auf dem mittleren und linken Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeführt.

Update, 15.15 Uhr: Lkws entlang der A2 eingeschneit

Entlang der A2 sitzen Lkw-Fahrer teilweise seit über 24 Stunden auf Rasthöfen fest. Der WInterdienst kommt nicht zu ihnen durch.
Entlang der A2 sitzen Lkw-Fahrer teilweise seit über 24 Stunden auf Rasthöfen fest. Der WInterdienst kommt nicht zu ihnen durch.  © Thomas Schulz

Update, 14.55 Uhr: Polizei kämpft mit Schneemassen

Die Polizei in Sachsen-Anhalt war nach eigener Angabe nicht nur mit ihren alltäglichen Aufgaben beschäftigt, sondern auch damit, einsatzbereit zu bleiben. So musste beispielsweise auf Allradfahrzeuge zurückgegriffen werden, da andere Funkstreifenwagen nicht mehr einsatzbereit waren. Einige Autos steckten sogar im Schnee fest.

Im Harz sind viele Polizeiautos eingeschneit worden.
Im Harz sind viele Polizeiautos eingeschneit worden.  © Polizeirevier Harz

Update, 14.30 Uhr: Zwei Unfälle wegen winterlicher Verhältnisse in Stendal

Gegen 4.14 Uhr rutschte eine 59-jährige Nissan-Fahrerin wegen der glatten Fahrbahn bei Bindfelde in den Straßengraben. Aufgrund der Witterungsverhältnisse kam das Fahrzeug dort ins Schlingern und kippte im Graben auf das Dach. Die Frau wurde glücklicherweise nicht verletzt, ihr Auto musste jedoch abgeschleppt werden.

Ebenfalls in Stendal verlor eine 45-jährige VW-Fahrerin beim Befahren der Stadtseeallee am Mittag die Kontrolle über ihren Wagen. Das Auto schlitterte über die Straße, bis es in einem Busch am Fahrbahnrand zum Stehen kam. Auch sie wurde nicht verletzt, an ihrem VW entstand aber Sachschaden.

Aufgrund der glatten Fahrbahn rutschte ein Nissan in den Straßengraben.
Aufgrund der glatten Fahrbahn rutschte ein Nissan in den Straßengraben.  © Polizeirevier Stendal
Der VW landete in einem Busch am Straßenrand.
Der VW landete in einem Busch am Straßenrand.  © Polizeirevier Stendal

Update, 14.05 Uhr: Winterwetter beeinträchtigt Abfallentsorgung

Wegen der aktuellen Wetterlage wird der Abfall in Halle vorerst nicht mehr abgeholt. Die Entsorgung werde nachgeholt, teilte die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) am Montag mit. Derweil sei der Räumdienst der HWS seit der Nacht zum Samstag ununterbrochen im Einsatz. Schneeverwehungen erschwerten die Arbeit.

Auch in Magdeburg wirkt sich der Schneefall auf die Müllentsorgung aus. Eine pünktliche Leerung könne nicht gewährleistet werden, teilte die Stadt am Montag mit. In jedem Fall könnten Abfallbehälter nur geleert werden, wenn der Zugang frei von Schnee sei. Zudem stelle die Stadt die Entsorgung von Sperrmüll bis einschließlich Mittwoch ein.

Update, 14 Uhr: Schneemassen im Süden Sachsen-Anhalts

Kräftige Schneefälle haben vor allem im Süden Sachsen-Anhalts für ungewöhnliche Schneemengen gesorgt. Der Spitzenwert sei am Montag mit 48 Zentimetern an der Messstation Braunsroda im Burgenlandkreis gemeldet worden, sagte Florian Engelmann, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

Es habe im Land ein Süd-Nord-Gefälle gegeben. In den äußersten Regionen der Altmark seien nur zwei bis maximal fünf Zentimeter Schnee gemessen worden. Allerdings könnte in Sachsen-Anhalt noch etwas Schnee fallen, während der Niederschlag in den Nachbarbundesländern Sachsen und Thüringen bis Montagmittag nachließ.

Verantwortlich für den ergiebigen Schneefall sei das Zusammentreffen einer Kaltluftzone aus dem Osten mit wärmerer Luft aus Süden gewesen. "Das hat ganz viel Schnee produziert", sagte Engelmann. In den nächsten Tagen bleibe es winterlich: Tagsüber stiegen die Temperaturen kaum über minus sieben Grad, nachts seien zweistellige Werte unter Null zu erwarten.

Titelfoto: Matthias Strauß

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