Sachsen-Anhalts Glücksspiel-Aufsicht will Verfahren gegen Ex-Lotto-Chefs einleiten

Magdeburg - Nach monatelangen Querelen bei Lotto Sachsen-Anhalt gibt es für die abgesetzte Geschäftsführung weiteren Ärger. Die Glücksspielaufsicht des Innenministeriums hält das Agieren des früheren Spitzen-Duos teilweise für ordnungswidrig und will ein entsprechendes Verfahren einleiten.

Die Geschäftsführer von Lotto Sachsen-Anhalt waren bereits abberufen worden, nun soll noch ein Verfahren gegen sie eingeleitet werden. (Symbolbild)
Die Geschäftsführer von Lotto Sachsen-Anhalt waren bereits abberufen worden, nun soll noch ein Verfahren gegen sie eingeleitet werden. (Symbolbild)  © Inga Kjer/dpa

Das geht aus einem Prüfbericht der Behörde hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Lotto-Führung habe das Ministerium als Glücksspielaufsicht zu keinem Zeitpunkt vollständig über verdächtige Großspieler bei der Sportwette Oddset in einem Lotto-Laden in Zerbst informiert, heißt es darin zur Begründung. Dazu sei Lotto aufgrund der Bestimmungen der Sportwetten-Konzession jedoch verpflichtet.

Zuvor hatte der Lotto-Aufsichtsrat in einer Sondersitzung Mitte September bereits Konsequenzen gezogen, und die Geschäftsführer Maren Sieb und Ralf von Einem mit sofortiger Wirkung abberufen. 

Das Gremium begründete das vor allem damit, dass die Aufsichtsgremien nicht ausreichend über die Vorgänge rund um die Großspieler informiert worden seien. Allerdings müssen für die Ex-Chefs der landeseigenen Gesellschaft noch Abfindungen ausgehandelt werden.

Seltsame Vorgänge in Zerbster Lotto-Laden: Über Jahre hohe Gewinne

Bereits seit Längerem beschäftigen die Vorgänge in Zerbst und die Verfehlungen der Lotto-Chefs beschäftigen bereits seit Längerem den Landtag in Sachsen-Anhalt.
Bereits seit Längerem beschäftigen die Vorgänge in Zerbst und die Verfehlungen der Lotto-Chefs beschäftigen bereits seit Längerem den Landtag in Sachsen-Anhalt.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Dafür ist das Finanzministerium zuständig. Wie hoch die Abfindungen ausfallen könnten, ließ Finanzstaatssekretär Rüdiger Malter zuletzt offen. 

Es ist denkbar, dass das von der Aufsicht angekündigte Ordnungswidrigkeitsverfahren als Argument herangezogen wird, um die Zahlungen zu verringern.

Neun Großspieler konnten in einem Lotto-Laden über mehrere Jahre hohe Gewinne mit Sportwetten erzielen, weil unter anderem das Spiel-Limit mit Genehmigung von Landes-Lotto erhöht wurde. 

Die Geschäftsführung informierte zwar die Geldwäschestelle, nicht jedoch die zuständigen Behörden und Gremien in Sachsen-Anhalt. Diese Vorgänge sorgen seit Längerem für Diskussionen. 

Im Magdeburger Landtag arbeitet ein Untersuchungsausschuss mögliche Verfehlungen auf. Neben der Glücksspielaufsicht prüfte auch der Landesrechnungshof die Vorgänge.

Titelfoto: Inga Kjer/dpa

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