Seit 24 Stunden am Bahnhof gestrandet: Andreas aus Sachsen kommt nicht nach Hause

Halberstadt - Der Winter hat Deutschland fest im Griff. Die Schneemassen, Verwehungen und das Eis haben unter anderem verheerende Auswirkungen auf den Bus- und Bahnbetrieb. Davon kann auch Andreas Corbaum aus Bad Düben (Nordsachsen) ein Lied singen.

Andreas Corbaum wartet seit fast 24 Stunden auf einen Zug nach Bad Düben.
Andreas Corbaum wartet seit fast 24 Stunden auf einen Zug nach Bad Düben.  © Matthias Strauß

Der Sachse versucht seit Sonntagnachmittag vergeblich, aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt, wo er übers Wochenende seine Freundin besuchte, zurück in seine Heimat zu gelangen.

Doch dieses Vorhaben stellte sich als schwieriger heraus als erwartet: Bereits vom Bus, der ihn am Sonntag gegen 14.30 Uhr zum Bahnhof bringen sollte, fehlte jede Spur. Er beschloss also, den Weg zu Fuß anzutreten und einfach einen Zug später zu nehmen.

Die Wetterlage machte ihm jedoch einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Der Zug- und Busverkehr im Harz war nämlich bis auf Weiteres eingestellt. "Das ist eigentlich bloß wegen dem Wind. Wenn es nur schneien würde, wäre das eigentlich normal", meint Andreas, während er am vollkommen zugeschneiten Bahnhof wartet.

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"Überall Schneeverwehungen, nirgendwo was gemacht. Du hast nirgendwo einen Schneepflug gesehen", beschreibt er die Lage in Halberstadt. Die Situation habe sich in der Nacht auf Montag sogar noch verschlimmert.

Andreas beschloss also, wieder zur Wohnung seiner Freundin zurückzukehren und erneut bei ihr zu übernachten. Am Montagmorgen wollte er dann wieder sein Glück am Bahnhof versuchen.

Doch dort folgte schnell die Ernüchterung: "Alle Züge fallen aus", hieß es auf den Tafeln. Laut dem Bahnpersonal soll sich daran auch für den Rest des Tages nichts mehr ändern - die Bahnen können momentan nicht ihr Depot verlassen.

Am Bahnhof in Halberstadt können sich die Züge momentan nicht vom Fleck bewegen.
Am Bahnhof in Halberstadt können sich die Züge momentan nicht vom Fleck bewegen.  © Matthias Strauß

Am Dienstagmorgen will Andreas es noch einmal versuchen und ab 5 Uhr morgens am Bahnsteig auf den Zug nach Hause hoffen. Bis dahin kann er wenigstens noch etwas Zeit mit seiner Freundin verbringen.

Titelfoto: Matthias Strauß

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