17 neue Corona-Fälle an einem Tag! Wird Halle bald "dicht gemacht"?

Halle (Saale) - In Sachsen-Anhalts am stärksten von Corona betroffenen Kreis Halle sind seit Freitag 17 neue Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Die Gesundheitsministerin des Bundeslandes, Petra Grimm-Benne (58, SPD), hatte bereits am Freitag angekündigt, die Stadt notfalls "dicht zu machen". Halles OB Bernd Wiegand (63, parteilos) appellierte nun an seine Bürger.

Halles OB Bernd Wiegand bei einer Pressekonferenz über die Ausbreitung des Coronavirus in der Stadt. (Archivbild)
Halles OB Bernd Wiegand bei einer Pressekonferenz über die Ausbreitung des Coronavirus in der Stadt. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Viele der neuen Infizierten hätten sich auf Reisen oder durch Kontakt mit Reisenden angesteckt, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand in einer Video-Pressekonferenz am Samstag. 

Sieben der 17 Fälle seien auf Busreisen, Urlaub oder Besucher aus dem Ausland zurückzuführen. 

Drei Infizierte seien Schüler, die bereits in Quarantäne gewesen seien. Erstmals wurde laut Wiegand auch eine Infektion nachgewiesen, nachdem die Corona-Warnapp angeschlagen hatte. 

Derzeit sind in Halle 123 Infizierte erfasst.

Der für die Aktivierung weiterer Corona-Beschränkungen entscheidende Inzidenzwert liegt in Halle derzeit bei rund 25,4. Ab einem Wert von 35 würden die Regeln verschärft. 

Wiegand kündigte für diesen Fall "geeignete Maßnahmen" an, wollte aber nicht spekulieren, wie diese aussehen würden. 

Reisende mit Masken in einem Zug der Deutschen Bahn in Halle. Sieben der 17 neuen Fälle in der Stadt sollen laut OB Wiegand auf Busreisen, Urlaub oder Besucher aus dem Ausland zurückzuführen sein.
Reisende mit Masken in einem Zug der Deutschen Bahn in Halle. Sieben der 17 neuen Fälle in der Stadt sollen laut OB Wiegand auf Busreisen, Urlaub oder Besucher aus dem Ausland zurückzuführen sein.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Jeder Fünfte Corona-Fall Sachsen-Anhalts in Halle registriert

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne am Freitag im Landtag in Magdeburg.
Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne am Freitag im Landtag in Magdeburg.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte am Freitag im Landtag gesagt, sie würde Halle notfalls auch "dicht machen". Das habe er als humorvollen Versprecher empfunden, sagte Wiegand. 

Der Oberbürgermeister betonte jedoch, dass die Infektionen größtenteils nicht auf Fehlverhalten innerhalb der Stadt zurückgehen.

Wiegand warnte angesichts der beginnenden Herbstferien vor Reisen, die nicht unbedingt nötig seien und appellierte an die Hallenser, die Abstands- und Hygieneregeln unbedingt einzuhalten. 

Die größte Stadt Sachsen-Anhalts ist von allen 14 Stadt- und Landkreisen des Bundeslandes mit gut zwei Millionen Einwohnern am stärksten betroffen. 

Seit Beginn der Pandemie hat die Stadt 631 Fälle registriert, das ist etwa jeder fünfte Fall in Sachsen-Anhalt. In der Hauptstadt Magdeburg waren es bis Freitag 449 Fälle.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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