Halle: Sachbeschädigungen nehmen ungeahnte Ausmaße an

Halle (Saale) - Eine Serie von Sachbeschädigungen weitet sich aus. Schlagzeilen gab es, weil ein Politiker und der "Kiez-Döner" betroffen waren. Seitdem gibt es mehr ähnliche Verfahren.

Der "Kiez-Döner" musste inzwischen seinen Betrieb einstellen.
Der "Kiez-Döner" musste inzwischen seinen Betrieb einstellen.  © Alexander Prautzsch/dpa

Nachdem im Januar und Februar unter anderem der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby und der vom Terroranschlag betroffene "Kiez-Döner" Opfer von Sachbeschädigungen wurden, hat sich die Serie weiter ausgeweitet. 

"Es werden derzeit 35 gleich gelagerte Ermittlungsverfahren bearbeitet", teilte die Staatsanwaltschaft Halle auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Die Tatorte lägen im gesamten Stadtgebiet und ließen kein Muster erkennen, so die Ermittlungsbehörde. Es gebe noch keine Tatverdächtigen.

Auch gebe es keine Hinweise auf eine politische Motivation. Ausschließen könne man dies derzeit aber auch nicht. Weitere Informationen wurden mit Verweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht gegeben. 

Mitte Februar lagen der Polizei eigenen Angaben zufolge Anzeigen zu neun verschiedenen Tatorten vor.

"Alle Sachbeschädigungen wurden mit einem bisher unbekannten Gegenstand verursacht und erwecken den Eindruck, dass hier jemand mit einer Schusswaffe hantiert hat", hieß es damals in einer Polizeimeldung. 

Damals waren in mehreren Scheiben Löcher festgestellt worden. Auf die Frage, ob mittlerweile feststehe, wodurch die Löcher entstanden seien, gab die Staatsanwaltschaft ebenfalls mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Antwort.

Neben Diabys Bürgerbüro waren unter anderem das Justizzentrum in Halle, ein Geschäft für E-Zigaretten, ein Café und mehrere Gaststätten Ziele der Angriffe.

Der "Kiez"-Döner war am 9. Oktober vorigen Jahres in der Nähe der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Halle zum zweiten Tatort eines Terroranschlags geworden. Der Täter beschoss den Laden und tötete einen 20 Jahre alten Gast (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Alexander Prautzsch/dpa

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