Hoher Schwund bei Polizeiausbildung in Sachsen-Anhalt

Aschersleben/Magdeburg - Mit einem besonders großen Jahrgang von Nachwuchspolizisten wollte die Landesregierung von Sachsen-Anhalt für mehr Ordnungshüter sorgen, doch jeder fünfte hielt nicht durch.

Die frisch ausgebildeten Polizisten werden am Montag in den Dienst übernommen. (Symbolbild)
Die frisch ausgebildeten Polizisten werden am Montag in den Dienst übernommen. (Symbolbild)  © Markus Scholz/dpa

Von ursprünglich fast 700 Polizeianwärtern, die Sachsen-Anhalt 2017 eingestellt hat, können nur knapp 540 in den Dienst übernommen werden. Rund 150 Nachwuchspolizisten schieden vorzeitig aus oder bestanden die Anforderungen nicht.

Die Gründe dafür seien vielfältig und reichten von Entlassungen auf eigenen Wunsch und nicht bestanden Prüfungen bis hin zu Dienstuntauglichkeit, fehlendenen Führerscheinen oder Sportleistungen bis hin zu Straftaten. 

Die Fachhochschule der Polizei verabschiedet am Montag in Aschersleben die letzten Absolventinnen und Absolventen aus dem 2017er Jahrgang, die in der regulären Ausbildungszeit fertig werden. Knapp drei Dutzend sollen wegen Krankheit, Elternzeit und ähnlichem ihre Ausbildung etwas später beenden.

Trotz des großen Schwunds beim größten Nachwuchs-Jahrgang steigt die Zahl der Polizeibeamten im Land laut Innenministerium tatsächlich wieder an. Bereits im vorigen Jahr seien mehr Nachwuchspolizisten nach abgeschlossener Ausbildung in den Dienst übernommen worden als ältere Kollegen in Rente gegangen seien, sagte Innenministeriums-Sprecher Stefan Brodtrück.

Wenn die neuen Absolventen am Dienstag ihren Dienst antreten, gibt es Berechnungen des Innenministeriums zufolge wieder mehr als 6060 Polizisten. Das sind knapp 250 mehr als im September 2019 und 320 mehr als vor drei Jahren.

Doch klappt das perspektivisch auch mit dem Ziel der Koalition, bis Ende nächsten Jahres 6400 Polizisten auf Sachsen-Anhalts Straßen zu haben? Ein wesentliches Vorhaben der Landesregierung werde als erfüllt betrachtet, so der Innenministeriumssprecher: "Laut Prognose wird zum 31. Dezember 2021 eine Personalzahl von 6449 Polizeivollzugsbeamten erreicht."

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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