Impfpflicht ein Grund? In Sachsen-Anhalt spitzt sich der Mangel an Pflegekräften zu

Halle (Saale) - Angesichts der Pandemie sind Menschen, die im Gesundheits- und Sozialwesen arbeiten, noch mehr gefragt. Ab März soll in bestimmten Einrichtungen eine Impfung gegen das Coronavirus Pflicht sein. Was heißt das für den Arbeitsmarkt?

Intensivpfleger versorgen einen schwer an Covid-19 erkrankten Patienten. Gerade während der Pandemie sind Menschen im Gesundheits- und Sozialwesen besonders gefragt. (Symbolbild)
Intensivpfleger versorgen einen schwer an Covid-19 erkrankten Patienten. Gerade während der Pandemie sind Menschen im Gesundheits- und Sozialwesen besonders gefragt. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

In Sachsen-Anhalt spitzt sich der Mangel an Beschäftigten in der Pflege nach Ansicht von Arbeitsmarktexperten zu.

Landesweit waren im Dezember 2021 bei den Arbeitsämtern in der Altenpflege 708 offene Stellen gemeldet. In der Gesundheits- und Krankenpflege waren 346 Stellen frei, wie ein Sprecher der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

Zudem sei der Zeitraum, in dem Stellen besetzt werden konnten, größer geworden. So waren in Sachsen-Anhalt 2021 im Schnitt in der Altenpflege gemeldete Stellen 245 Tage vakant. Das sei ein Plus von 45 Tagen im Vergleich zu 2020.

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In der Gesundheits- und Krankenpflege betrug 2021 die Vakanzzeit 176 Tage, 41 Tage mehr als im Jahr zuvor.

Tatsächliche Auswirkung der bevorstehenden Impfpflicht in Sachsen-Anhalt unklar

In Sachsen-Anhalt hat der Mangel an Pflegekräften zuletzt jedoch deutlich zugenommen. (Symbolbild)
In Sachsen-Anhalt hat der Mangel an Pflegekräften zuletzt jedoch deutlich zugenommen. (Symbolbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Der Zeitplan für die mögliche Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland ist weiter offen.

Eine erste begrenzte Corona-Impfpflicht wurde Mitte Dezember 2021 beschlossen: Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Kliniken und Pflegeheime müssen bis 15. März 2022 nachweisen, dass sie gegen das Coronavirus geimpft oder genesen sind.

Unklar ist laut Arbeitsmarktexperten, ob sich deshalb Menschen arbeitssuchend gemeldet haben. Die Statistik gebe keine Auskunft darüber, aus welchen Gründen sich jemand auf Jobsuche begebe, sagte der Sprecher.

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Es sei also offen, ob sich unter Umständen mehr Menschen arbeitsuchend gemeldet haben, weil sie sich nicht impfen lassen wollen, ob ihre Arbeitsverträge auslaufen oder ob sie sich aus unterschiedlichen Gründen beruflich neu orientieren wollen.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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