Kontakte, Schule und Co.: Was die Notbremse für Sachsen-Anhalt bedeutet

Magdeburg/Halle - Die Menschen in Sachsen-Anhalt müssen sich ab dem Wochenende auf neue Corona-Beschränkungen einstellen.

In Halle darf die eigene Wohnung schon seit dem 20. April zwischen 21 und 5 Uhr nicht mehr verlassen werden. Nun gilt es im gesamten Land, aber erst ab 22 Uhr.
In Halle darf die eigene Wohnung schon seit dem 20. April zwischen 21 und 5 Uhr nicht mehr verlassen werden. Nun gilt es im gesamten Land, aber erst ab 22 Uhr.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

In Kreisen und Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 in den vergangenen drei Tagen soll die Bundes-Notbremse ab Samstag automatisch greifen, wie das Bundesinnenministerium in Berlin erläuterte.

In Sachsen-Anhalt betrifft das alle Kreise. Was bedeutet das für die Menschen?

Ausgangsbeschränkungen:

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Ab 22 Uhr darf grundsätzlich niemand mehr die Wohnung oder das eigene Grundstück verlassen. Ab einer Inzidenz von 100 an drei aufeinander folgenden Tagen tritt diese Maßnahme in Kraft.

Bei gewichtigen Gründen ist von dem Verbot abzusehen. Darunter zählen unter anderem das Gassigehen mit dem Hund oder der Weg zur Arbeit. Alleine Spazierengehen und sind bis Mitternacht erlaubt. Alle Kreise und Städte sind davon betroffen.

Kontaktbeschränkungen:

Private Zusammenkünfte sind nur noch zwischen Angehörigen eines Hausstandes mit einer weiteren Person zulässig; Kinder bis 14 Jahre zählen nicht. Auch hier gilt die Inzidenz von 100 als kritischer Wert, den derzeit alle Kreise und kreisfreien Städte Sachsen-Anhalt reißen.

Für Sachsen-Anhalt gelten nun die strengsten Einschnitte seit Pandemie-Beginn

Schilder weisen auf dem Alten Markt in Magdeburg auf die Anstandsregeln hin. (Archivbild)
Schilder weisen auf dem Alten Markt in Magdeburg auf die Anstandsregeln hin. (Archivbild)  © Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Schul- und Kitaschließungen:

Bei einer Inzidenz von 100 bis 165 müssen die Schulen einschließlich der berufsbildenden Schulen Wechselunterricht organisieren. Liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche bei 165 oder höher, muss der Präsenzunterricht laut erweitertem Infektionsschutzgesetz ausgesetzt werden. Ausnahmen für Abschluss- und Förderklassen bleiben aber möglich.

Auch die Kitas blieben geschlossen. Eine Notbetreuung werde aber sichergestellt. Aktuell würde diese Vorschrift – gemessen an den RKI-Zahlen – in Halle, dem Saalekreis, dem Burgenlandkreis und dem Harz Anwendung finden.

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Läden:

Fürs Einkaufen jenseits des Lebensmittel-, Drogerie-, Buch- und Blumenhandels sowie anderer Bereichen soll gelten: Geschäfte können Kunden nur einlassen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben.

Steigt der Wert über 150, wäre nur noch das Abholen bestellter Waren (Click & Collect) erlaubt. Das Shoppen vor Ort wäre gemessen an den Inzidenzen demnach aktuell nur in Magdeburg, dem Jerichower Land, Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau und dem Landkreis Wittenberg gestattet.

Kultureinrichtungen:

Überschreitet der Wert an drei aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100, sollen Theater, Opern, Konzerthäuser, Musikclubs, Kinos, Museen, Ausstellungen und Gedenkstätten nicht öffnen dürfen, auch entsprechende Veranstaltungen sind untersagt.

Das soll gelten, bis die Sieben-Tage-Inzidenz wieder mehrere Tage lang unter 100 liegt.

Titelfoto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

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