Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt: Eindeutiger Sieg für Haseloffs CDU

Magdeburg - Ministerpräsident Reiner Haseloff (67) kann feiern. Entgegen vieler Vorhersagen setzte sich seine CDU bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt klar und deutlich gegen die AfD durch. Doch bei aller Freude: Mehr als 20 Prozent für die Rechtsaußen-Partei zeigen, dass eine neue Regierung in den kommenden Jahren viel zu tun haben wird.

Reiner Haseloff (67, CDU) darf sich auf weitere Jahre als Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt freuen.
Reiner Haseloff (67, CDU) darf sich auf weitere Jahre als Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt freuen.  © dpa/Frank May

Bis zuletzt waren Umfragen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD ausgegangen. Dass sich die Partei des Amtsinhabers am Ende so deutlich durchsetzen konnte und im Vergleich zur Wahl 2016 sogar noch spürbar zulegte, überraschte viele Beobachter.

"Dieses Land hat sich bezüglich der Prognosen, die es noch vor einigen Tagen gegeben hat, regelrecht aufgebäumt", sagte ein sichtlich erleichterter Ministerpräsident in einem ersten Statement im Ersten.

"Ich bin allen Bürgerinnen und Bürgern dankbar, dass wir mit großer Mehrheit uns demokratisch entschieden haben und damit auch ganz klar eine Abgrenzung nach Rechts vorgenommen haben."

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Das Ergebnis sei "eine klare Botschaft nach außen".

AfD-Spitzenkandidat schimpft über Ergebnis

AfD-Spitzenkandidat Oliver Kirchner (55) hatte sich wohl mehr erhofft.
AfD-Spitzenkandidat Oliver Kirchner (55) hatte sich wohl mehr erhofft.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Bezüglich einer möglichen Koalition, die schwierig zu bilden sei, sagte Haseloff weiter: "Es gibt demokratische Optionen, die werden ausgelotet. Und da geht es nur um eines: Was ist gut für das Land. Daran werden wir das festmachen."

Als mögliche Optionen kristallisierten sich am Abend die bisherige Kenia-Koalition (CDU, SPD, Grüne), Deutschland (CDU, SPD, FDP) und Jamaika (CDU, Grüne, FDP) heraus.

Eine ganz andere Stimmungslage als Haseloff hatte AfD-Spitzenkandidat Oliver Kirchner (55). In der ARD grummelte er mit Blick auf die Prozentzuwächse der CDU von einem verwunderlichen Ergebnis: "Ich meine, ich wusste ja nicht, dass Maskendeals und Korruption so gut ankommen in Sachsen-Anhalt. (...) Vielleicht hätten wir das unseren Abgeordneten empfehlen sollen, aber wir sind eine Rechtsstaatspartei, wir haben das nicht gemacht."

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Darüber hinaus beklagte Kirchner: "Fünf Jahre Hetze gegen die AfD zahlt sich natürlich auch bei so einem Minustrend aus."

Niederlage für die Linke, Freude bei der FDP

Gemeinsam mit Ehefrau Gabriele gab Haseloff seine Stimme in Wittenberg ab.
Gemeinsam mit Ehefrau Gabriele gab Haseloff seine Stimme in Wittenberg ab.  © dpa/Jan Woitas

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums dominierten die enttäuschten Gesichter.

Die Linke musste deutliche Einbußen hinnehmen. Spitzenkandidatin Eva von Angern (44) sprach im MDR von einer "herben Niederlage - nichts, worüber ich mich freuen kann".

Freuen konnte sich die FDP. Sie kehrt nach zehn Jahren Abstinenz in den Landtag zurück.

Titelfoto: dpa/Jan Woitas

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