Mehr Arbeit, weniger Lohn: Linke fordert mehr Einsatz gegen Ost-West-Unterschiede

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Linke hat mehr Einsatz für gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West gefordert.

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Eva von Angern (44) bei einer Landtagssitzung im März. (Archivbild)
Die Linken-Fraktionsvorsitzende Eva von Angern (44) bei einer Landtagssitzung im März. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

"Ostdeutschland spielt nach wie vor für die Bundesregierung eine untergeordnete Rolle", sagte die Linken-Fraktionsvorsitzende Eva von Angern (44) am Mittwoch im Landtag in Magdeburg.

"Wir brauchen endlich Lohn- und Rentengerechtigkeit, vielfältige Karrierewege und Identifikationsmöglichkeiten für Ostdeutsche sowie eine wirksame Sicherung vor Armut in Familien und im Alter."

Die Linke-Landtagsfraktion hatte im Rahmen einer Großen Anfrage Fakten zum Vergleich von Lebens- und Arbeitsverhältnissen der Einwohner Sachsen-Anhalts sowie Entwicklungen in den zurückliegenden 30 Jahren beleuchtet.

Demnach arbeiten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt bundesweit am längsten, zwei Stunden länger pro Woche. Sie bekämen 6,16 Euro weniger als Westdeutsche in der Stunde.

Als Konsequenz forderte von Angern höhere Löhne, eine Ausweitung der Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn sowie eine Kindergrundsicherung und ein Netzwerk früher Hilfen für Familien.

Tiefe Narben aus 40 Jahren Planwirtschaft

Katja Pähle (47), Fraktionsvorsitzende der SPD Sachsen-Anhalt, am Mittwoch.
Katja Pähle (47), Fraktionsvorsitzende der SPD Sachsen-Anhalt, am Mittwoch.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

SPD-Fraktionschefin Katja Pähle (47) betonte, die Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter könnten stolz sein auf ihre Leistungen etwa bei der wirtschaftlichen Entwicklung, bei Demokratie und Rechtsstaat. Allerdings könne man mit dem Erreichten nicht zufrieden sein.

Beim Ost-West-Gefälle bei den Einkommen habe sich in den vergangenen 30 Jahren zu wenig getan. Das sei die Ursache, dass Fachkräfte abwanderten und zu wenige neu gewonnen werden könnten, sagte Pähle.

Für die AfD dokumentiert die über 1000 Seiten starke Antwort auf die Große Anfrage das "Versagen der Landesregierung".

Aus Sicht des Grünen-Abgeordneten Olaf Meister (50) schneidet der Osten vielfach schlechter ab als der Westen, weil die Startbedingungen 1990 schlechter gewesen seien und nicht wegen des Versagens der Landesregierungen.

"Die Narben aus 40 Jahren Planwirtschaft sind tief", betonte der CDU-Abgeordnete Ulrich Thomas (53). An ihrer Beseitigung müsse noch lange gearbeitet werden. Man sei aber ein großes Stück vorangekommen. Thomas hob die beispiellose Aufbauleistung der Ostdeutschen hervor.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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