Mehrstündige Aktion geplant: Tönnies-Mitarbeiter demonstrieren in Weißenfels

Weißenfels - Die Mitarbeiter des Tönnies-Schlachtbetriebes in Weißenfels in Sachsen-Anhalt wollen am heutigen Freitag ab 11 Uhr für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne demonstrieren.

Tönnies-Mitarbeiter demonstrieren am Freitag am Standort in Weißenfels.
Tönnies-Mitarbeiter demonstrieren am Freitag am Standort in Weißenfels.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Mit einer mehrstündigen Aktion solle der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden, einen Tarifvertrag für die bundesweit rund 160.000 Beschäftigten in der Fleischwirtschaft abzuschließen, schrieb die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

"Mehrere Corona-Ausbrüche unter Schlachthofmitarbeitern im vergangenen Jahr haben ein Bewusstsein für die harten Arbeitsbedingungen insbesondere osteuropäischer Beschäftigter geschaffen", sagte Jörg Most von der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau.

Nach dem Verbot von Werkverträgen durch die Politik müsse die Unternehmensführung beweisen, dass sie zu einem echten Wandel der Fleischbranche bereit sei.

Das Tönnies-Werk in Weißenfels im Burgenlandkreis ist der größte Schlachtbetrieb Ostdeutschlands.

UPDATE, 15.07 Uhr:

An den Protesten vor dem Tönnies-Schlachthof in Weißenfels (Burgenlandkreis) haben sich nach Angaben der Veranstalter wenige Mitarbeiter beteiligt. Nur etwa 40 der mehr als 2000 Beschäftigten hätten protestiert, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Viele der ausländischen Mitarbeiter fürchteten um ihren Job, wenn sie gegen ihren Arbeitgeber protestierten, sagte der NGG-Sprecher.

In dem nach eigenen Angaben größten Schlachtbetrieb Ostdeutschlands arbeiteten größtenteils Menschen aus Polen, Rumänien und Ungarn.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

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