Mückenplage mit Folgen: Erste West-Nil-Virus-Infektion in Sachsen-Anhalt

Tangerhütte - In der diesjährigen Mückensaison ist in Sachsen-Anhalt wieder das West-Nil-Virus nachgewiesen worden.

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des West-Nil-Virus, das erstmals in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt aufgetreten ist.
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des West-Nil-Virus, das erstmals in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt aufgetreten ist.  © Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

Der erste Fall in diesem Jahr sei am 27. Juli bei einem Kanarienvogel aus Tangerhütte im Landkreis Stendal festgestellt worden, teilte das Landesamt für Verbraucherschutz am Freitag mit. Zugleich wurde damit das Virus im Bundesland zum ersten Mal nördlich von Magdeburg nachgewiesen.

Das ursprünglich aus Afrika stammende und von Stechmücken übertragene Virus war erstmals im Land 2018 aufgetreten und dann auch 2019 und 2020 nachgewiesen worden.

In diesem Jahr habe es außerhalb Sachsen-Anhalts schon Nachweise in Berlin und in Bad Sulza in Thüringen gegeben.

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An dem West-Nil-Virus erkranken Vögel, aber auch Pferde und Menschen. Beim Menschen verläuft die Infektion dem Landesamt zufolge überwiegend unauffällig oder mild.

Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) eine fieberhafte Erkrankung, die drei bis sechs Tage andauert. Nur etwa einer von 100 Infizierten erkranke schwer. Eine Schutzimpfung gibt es nicht.

Im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge landesweit 13 Infektionen mit dem Virus angezeigt. Sechs davon bei Vögeln und sieben bei Pferden. Im Jahr 2019 waren es 30 Infektionen.

Bisher gab es in den vergangenen zwei Jahren nach Angaben des RKI bei Menschen nur wenige registrierte Fälle. Die Betroffenen lebten in Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Das Institut hält eine Ausweitung der betroffenen Regionen für möglich, wie es im Juni mitgeteilt hatte. Denn das Virus könne in Stechmücken überwintern. Vor allem Temperaturen über 20 Grad seien für die Vermehrung dieser Viren günstig.

Titelfoto: Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

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