Nach Schüssen auf Autobahn-Gegner: Neue Ermittlergruppe gestartet, MP Haseloff äußert sich

Seehausen/Stendal - Bei einer Demonstration gegen den Weiterbau der A14 in Sachsen-Anhalt hat ein Unbekannter am Freitagabend in Seehausen (Landkreis Stendal) in eine Menschengruppe geschossen und dabei zwei Menschen verletzt. Um den Täter zu fassen, wurde nun eine neue Ermittlergruppe gegründet. Ministerpräsident Reiner Haseloff (67, CDU) sprach indes von einem "Angriff auf unseren Rechtsstaat".

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (67, CDU) hat sich am Dienstag zu dem Angriff auf Demonstranten in Seehausen geäußert und diesen als "Angriff auf unseren Rechtsstaat" verurteilt.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (67, CDU) hat sich am Dienstag zu dem Angriff auf Demonstranten in Seehausen geäußert und diesen als "Angriff auf unseren Rechtsstaat" verurteilt.  © Michael Kappeler/dpa

Die Ausübung demokratischer Grundrechte dürfe nicht durch Einschüchterungsversuche und Waffengewalt bedroht werden, sagte Haseloff am Dienstag. "Ich erwarte, dass die Auseinandersetzung zu kontroversen Themen auf allen Seiten gewaltfrei, sachorientiert und rechtsstaatlich erfolgt."

Ein mit einer Ku-Klux-Klan-Maske verkleideter Unbekannter hatte am Freitagabend in Seehausen mit einer Softair-Waffe auf eine Menschengruppe geschossen, die am Bahnhof des Ortes gegen den Weiterbau der A14 demonstrierte. Dabei wurden sowohl ein zwölfjähriger Junge als auch ein 20-Jähriger verletzt.

Der Täter soll daraufhin als Beifahrer in einem Auto geflüchtet sein.

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Obwohl die Polizei umgehend Ermittlungen einleitete, bei denen auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam, konnte der Mann nicht gefunden werden.

Polizei intensiviert Schutzmaßnahmen für Demonstranten

Ein mit einer Ku-Klux-Klan-Haube verkleideter Unbekannter hatte am Freitag in Seehausen mit einer Softair-Waffe in eine Gruppe von Demonstranten geschossen. (Symbolbild)
Ein mit einer Ku-Klux-Klan-Haube verkleideter Unbekannter hatte am Freitag in Seehausen mit einer Softair-Waffe in eine Gruppe von Demonstranten geschossen. (Symbolbild)  © dpa/EPA/ERIK S. LESSER

Die Polizeiinspektion Stendal teilte nun mit, dass eine neue Ermittlungsgruppe unter dem Namen EG "Moni" eingerichtet wurde, um sowohl den Angriff am Freitag als auch weitere Straftaten im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen den Autobahnbau aufzuklären.

So hieß es in einer Mitteilung, dass es bereits in der Vergangenheit zu Straftaten gekommen war, die sich unter anderem gegen die Protestgruppe "Keine A14" richteten, darunter Brand- Sachbeschädigungs- und auch Körperverletzungsdelikte.

Um die Demonstrationen am Bahnhof Seehausen künftig besser abzusichern, hat die Polizei die Schutzmaßnahmen intensiviert.

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Zudem suchen die Ermittler weiter nach Zeugen, die Hinweise zum Vorfall oder dem Täter liefern können. Dieser war nach aktuellem Kenntnisstand in einem blauen Auto geflüchtet.

Hinweisgeber werden gebeten, sich an die Polizei Stendal unter Tel. 039316820 zu wenden.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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