Nach schwerem Cyber-Angriff: Landkreis Anhalt-Bitterfeld ruft Katastrophenfall aus!

Von Dörthe Hein

Bitterfeld-Wolfen - Das Landratsamt Anhalt-Bitterfeld ist nach einer Cyberattacke massiv gehandicapt.

Unbekannte Hacker haben Daten und Programme des Landratsamt in Anhalt-Bitterfeld verschlüsselt und damit lahmgelegt. (Symbolbild)
Unbekannte Hacker haben Daten und Programme des Landratsamt in Anhalt-Bitterfeld verschlüsselt und damit lahmgelegt. (Symbolbild)  © Silas Stein/dpa/dpa-tmn

"Wir sind nicht in der Lage, Dienstleistungen anzubieten", sagte ein Sprecher am Freitag. Das werde noch die komplette kommende Woche so bleiben. Die Auswirkungen des schweren Angriffs ließen sich nicht schnell beheben. Es werde nach Lösungen gesucht - auch am Wochenende.

Mit Bürgerinnen und Bürgern vereinbarte Termine für Dienstleistungen könnten vorerst nicht eingehalten werden, der Landkreis sei auch nicht in der Lage, neue Termine zu vergeben.

Das Landratsamt ist nach eigenen Angaben Ziel eines Hackerangriffs geworden. Es seien Daten und Programme verschlüsselt und die Technik im Amt damit lahmgelegt worden.

Auto kollidiert mit Zugmaschine: Zwei Menschen schwer verletzt
Sachsen-Anhalt Auto kollidiert mit Zugmaschine: Zwei Menschen schwer verletzt

Das Landratsamt kann deshalb vorerst keine Dienstleistungen für die Bürger erbringen, etwa bei der Autozulassung. Betroffen sind den Angaben zufolge die Standorte Köthen, Zerbst und Bitterfeld, insgesamt etwa 800 Mitarbeiter.

Experten des Landeskriminalamts und der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau ermitteln in dem Fall.

UPDATE, 17.15 Uhr: Katastrophenfall nach Cyber-Attacke ausgerufen!

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat wegen der schweren Cyberattacke auf das Netzwerk seiner Verwaltung den Katastrophenfall ausgerufen.

"Dieser Angriff hat auf alle Bereiche des Leistungsspektrums des Landkreises unmittelbare Auswirkungen und betrifft somit auch die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, die zurzeit nicht bearbeitet werden können", teilte der Kreis am Freitagnachmittag mit. Zudem seien weitere Folgen derzeit nicht absehbar.

Jetzt gehe es darum, die Quelle der Infektion zu finden, sowie um Analyse und Bekämpfung des Virus. Die IT-Infrastruktur müsse wieder aufgebaut werden. Schnellstmöglich sollten die Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger wieder aufgenommen werden.

Der Landkreis werde dabei von Spezialisten aus Bundes- und Landesbehörden sowie von weiteren Experten unterstützt.

Der Katastrophenfall wurde den Angaben zufolge auch ausgerufen, weil viele finanzielle Belange von Bürgern betroffen seien. Laut Kreissprecher Uwe Pawelczyk geht es etwa um Menschen, die auf Sozialgeld warten, oder auch um Jugendhilfe.

Der letzte Katastrophenfall im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sei im Jahr 2013 wegen des Hochwassers ausgerufen worden.

Titelfoto: Silas Stein/dpa/dpa-tmn

Mehr zum Thema Sachsen-Anhalt: