Nach umstrittenem Lieferauftrag für FFP2-Masken: Razzia in Uniklinik

Magdeburg - Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Magdeburg beschäftigt sich am heutigen Donnerstag mit einer Durchsuchung der Klinik am Vortag.

Nach einer Durchsuchung in der Uniklinik Magdeburg, berät der Aufsichtsrat am Donnerstag über die Angelegenheit. (Archivbild)
Nach einer Durchsuchung in der Uniklinik Magdeburg, berät der Aufsichtsrat am Donnerstag über die Angelegenheit. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Der Klinikvorstand werde dem Kontrollgremium bei der turnusgemäßen Sitzung über die Angelegenheit berichten, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums am Donnerstag. Der amtierende Wissenschaftsminister Armin Willingmann (58, SPD) ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Zuvor hatten die "Volksstimme" und andere Medien berichtet.

Am Mittwoch waren Büros des Klinikvorstands durchsucht worden, wie der Klinik-Chef Hans-Jochen Heinze der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Darüber hinaus seien auch Privatwohnungen und weitere Büros in Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen durchsucht worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Magdeburg am Donnerstag.

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Insgesamt stehen demnach sieben Personen im Fokus.

Welche Anhaltspunkte zu den Durchsuchungen geführt hatten, war vorerst unklar. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zunächst nicht zum Inhalt einer gestellten Anzeige.

Unterlegener Mitbewerber stellte Strafanzeige

Es soll Medienberichten zufolge um einen umstrittenen Lieferauftrag für rund 500.000 FFP2-Masken gehen, der an eine Firma vergeben wurde, zu deren Gesellschaftern der Sohn des Klinik-Chefs Heinze gehört.

Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen war erst Mitte 2020 gegründet worden. Ein unterlegener Mitbewerber hatte nach Angaben des Uniklinikums Strafanzeige gestellt.

Familiäre Verbindungen hätten bei der Vergabe keine Rolle gespielt, sagte Heinze. Schon im April hatte der Aufsichtsrat der Klinik den Landesrechnungshof um Prüfung der Angelegenheit gebeten.

Der abschließende Bericht liegt laut Wissenschaftsministerium noch nicht vor.

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