Toter Zweijähriger aus Querfurt: Tims Mörder soll Taten gefilmt haben!

Querfurt - Im Fall des gewaltsam zu Tode gekommenen zweijährigen Jungen Tim aus Querfurt ist Anklage gegen seine Mutter und deren Lebensgefährten erhoben worden.

Blumen vor dem Mehrfamilienhaus, in dem am 11. Juli der Leichnam des Kindes gefunden wurde.
Blumen vor dem Mehrfamilienhaus, in dem am 11. Juli der Leichnam des Kindes gefunden wurde.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Dem 30 Jahre alten Hauptbeschuldigten werde Mord sowie sexueller Missbrauch in zehn Fällen vorgeworfen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Halle am Mittwoch. 

Die 36 Jahre alte Frau muss sich laut Anklage wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie der fahrlässigen Tötung verantworten. Sie habe es unterlassen, ihrem Kind Hilfe zu leisten. 

Der Prozess beginne vermutlich noch vor Mitte Januar, so der Gerichtssprecher. Zuvor berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung" ("MZ") über die Anklage.

Der Fall sorgte für große Betroffenheit in der Region. Am 11. Juli alarmierte die Mutter des zwei Jahre alten Jungen den Rettungsdienst. Vor Ort wurde der Leichnam des Kindes gefunden (TAG24 berichtete). 

Das Kind wies massive Verletzungen und Spuren schweren sexuellen Missbrauchs auf. Die 36-Jährige und ihr Lebensgefährte wurden später festgenommen und kamen in Untersuchungshaft.

UPDATE, 12.45 Uhr: 30-Jähriger soll Taten mit Smartphone gefilmt haben

Die "MZ" berichtet außerdem, dass der 30-jährige Hauptangeklagte die Dinge, die er Tim angetan hat, mit seinem Smartphone gefilmt haben soll. Die Taten seien allesamt im Juni und Juli 2020 begangen worden.

Ein Sprecher des Landgerichts Halle habe dazu erklärt, dass ohne die Aufnahmen keine Anklage wegen zehn Missbrauchstaten möglich gewesen sei.

Der letzte Fall habe nach Ansicht der Ankläger zum Mord geführt, der wiederum zur Vertuschung der vorangegangenen Straftaten dienen sollte. Eine Obduktion ergab, dass Tim erschlagen worden war.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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