Regen, Kälte und Corona: "Bisher merken wir vom Herrentag überhaupt nichts"

Sachsen-Anhalt - Kühles, nasses Wetter hat der Polizei in Sachsen-Anhalt einen ruhigen Herrentag beschert. Tief Kai sorgte zu Christi Himmefahrt in weiten Teilen des Landes für Temperaturen um 10 Grad Celsius und Dauerregen. Bis zum Nachmittag mussten die Beamten am Donnerstag nach Angaben der Polizei zu keinem Einsatz mit Herrentags-Bezug ausrücken. "Bisher merken wir vom Herrentag überhaupt nichts", sagte ein Sprecher.

Keine Saufgelage, keine Schlägereien: Schlechtes Wetter hat in Sachsen-Anhalt für einen ruhigen Herrentag gesorgt. (Symbolbild)
Keine Saufgelage, keine Schlägereien: Schlechtes Wetter hat in Sachsen-Anhalt für einen ruhigen Herrentag gesorgt. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Behörden am Donnerstag hingegen den jüdischen Einrichtungen im Land.

In Folge der Eskalation der Gewalt in Israel und nach mehreren antisemitischen Vorfällen in Nordrhein-Westfalen seien die Maßnahmen der Landespolizei intensiviert worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Zu den genauen Maßnahmen wollte er aus einsatztaktischen Gründen nichts sagen.

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Die Polizei hatte sich am Feiertag ursprünglich vor allem darauf vorbereitet, die Kontaktbeschränkungen durchzusetzen.

In 13 der 14 Landkreise und kreisfreien Städte galten die strengen Regeln der sogenannten Bundes-Notbremse, die unter anderem Treffen im Freien nur mit einer Person eines anderen Haushaltes gestattet, Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt.

Einzig in Magdeburg, das seit Tagen unter dem Schwellenwert von 100 Infektionen pro Woche und 100 000 Einwohner liegt, waren Treffen mit bis zu fünf Menschen eines anderen Haushalts erlaubt.

Gebrauch davon machte jedoch kaum jemand, nur vereinzelt zogen kleinere Gruppen am Mittag durch die Stadt und an der Elbe entlang.

Auch an den klassischen Ausflugszielen im Harz, wo anders als im Rest des Landes die Sonne schien, war am Donnerstag kaum etwas los.

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In Sachsen-Anhalt wurde auch am Feiertag geimpft: Im Quedlinburger Impfzentrum gab es zum Vatertag eine Grußbotschaft für die männlichen Mitarbeiter.
In Sachsen-Anhalt wurde auch am Feiertag geimpft: Im Quedlinburger Impfzentrum gab es zum Vatertag eine Grußbotschaft für die männlichen Mitarbeiter.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Immerhin verdichteten sich weiter die Anzeichen, dass die Notbremse bald auch in anderen Kreisen Sachsen-Anhalts gelöst werden kann: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete neben Magdeburg (69,5) auch für die Landkreise Anhalt-Bitterfeld (66,9), Jerichower Land (99,3) und Börde (82,5) sowie die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau (94,9) Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100.

Bleibt der Wert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter dem Schwellenwert, fällt die Bundes-Notbremse am übernächsten Tag darauf weg. Wegen des Feiertags zählen die Werte vom Donnerstag für die Fünf-Tage-Reihe allerdings nicht.

Auch im besonders vom Coronavirus betroffenen Süden des Landes gingen die Sieben-Tage-Inzidenzen weiter zurück. Im Burgenlandkreis fiel der Wert von 162,2 am Mittwoch auf 130,8 am Donnerstag, in Halle von 113,1 auf 109,3, in Mansfeld-Südharz von 151,9 auf 146,7.

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Landesweit verzeichnete das RKI 110,6 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner in Sachsen-Anhalt - das waren 4,2 weniger als am Mittwoch.

Zum Impffortschritt konnte das Gesundheitsministerium am Donnerstag wegen technischer Probleme keine Angaben machen.

Gute Nachrichten hatte das Ministerium jedoch für rund 900 Menschen aus anderen Bundesländern, die ihre Erstimpfung mit AstraZeneca in Magdeburg bekommen hatten: Nachdem Oberbürgermeister Lutz Trümper (65, SPD) deren Termine für die Zweitimpfungen storniert hatte, sollen sie nun im Landkreis Börde geimpft werden, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (59, SPD) mitteilte. Das Land stelle den Impfstoff dafür.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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