Sachsen-Anhalts Energieminister ruft zum Sparen auf: Gasspeicher im Land sind zu 68 Prozent gefüllt

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (59, SPD) hat die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Unternehmen zu einem sparsamen Gasverbrauch aufgerufen.

Energieminister Willingmann (59, SPD) hält ein Hilfspaket für Haushalte mit geringeren Einkommen für nötig. (Archivbild)
Energieminister Willingmann (59, SPD) hält ein Hilfspaket für Haushalte mit geringeren Einkommen für nötig. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

"Bei etwa 41 Millionen Haushalten in Deutschland kann der Gesamtverbrauch von Gas schon um sechs Prozent gesenkt werden, wenn die durchschnittliche Temperatur zu Hause nur um ein Grad reduziert wird", sagte der SPD-Politiker am Freitag. Das zeige, dass alle etwas zur Entschärfung der Lage beitragen könnten.

Seitens der Bundesregierung hält er angesichts der angespannten Lage ein weiteres Hilfspaket für notwendig. "Insbesondere Menschen mit geringem Einkommen müssen noch konsequenter entlastet werden", so Willingmann weiter.

"Wenn wir eines nicht brauchen, dann sind es finanzpolitische Geschenke an Konzerne, die von der aktuellen Energiekrise und dem Krieg in der Ukraine auch noch profitieren."

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Am Donnerstag hatte die Bundesregierung nach der drastischen Verringerung der Gaslieferungen durch Russland die Alarmstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. "Gas ist von nun an ein knappes Gut in Deutschland", so Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne).

Gasspeicher in Sachsen-Anhalt zu 68 Prozent gefüllt

Die Versorgung bleibt den Angaben zufolge in Sachsen-Anhalt und deutschlandweit aber vorerst weiter gewährleistet. Aktuell seien die Gasspeicher bundesweit zu 58 Prozent gefüllt, in Sachsen-Anhalt sogar zu 68 Prozent, so Willingmann.

Um über den kompletten Winter zu kommen, würden die Füllstände und auch eine weiterhin gedrosselte Einspeicherung voraussichtlich aber nicht ausreichen. "Insoweit halte ich es für richtig, dass der Bund jetzt weitere Maßnahmen ergreift."

Um die Energieversorgung auch bei weiteren Verschärfungen zu gewährleisten, plant der Bund mit mehr Kohlekraft. Das entsprechende Gesetz soll am 8. Juli vom Bundesrat beschlossen werden. In Sachsen-Anhalt ist nach Angaben des Energieministeriums aktuell keine Wiederinbetriebnahme von bereits abgeschalteten Kohlekraftwerken geplant.

Das erst Ende 2021 heruntergefahrene Kraftwerk in Deuben (Burgenlandkreis) etwa bleibe aller Voraussicht nach aus technischen Gründen außer Betrieb, hieß es.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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