Nach Petition mit 77.000 Unterschriften: Sachsen-Anhalts Regierung will Dialog zum Thema Schule

Leipzig - Nach dem Scheitern eines Volksbegehrens für mehr Pädagogen an Sachsen-Anhalts Schulen will die Landesregierung in einem moderierten Dialog mit Eltern, Schülern und Lehrern zu einem "Schulfrieden" kommen.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner.
Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner.  © Ronny Hartmann/zb/dpa

"Wir wollen diesen Ball aufgreifen und uns grundsätzlich verständigen über Rahmenbedingungen, in denen Schule in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren gestaltet werden soll", sagte Bildungsminister Marco Tullner (51, CDU) am Donnerstag in Magdeburg mit Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU) an der Seite. 

Ziel sei ein breiter gesellschaftlicher Konsens, der auch nach der Landtagswahl im Juni 2021 unabhängig von der politischen Konstellation Bestand hat.

Als Moderatorin sei die ehemalige Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (69) gewonnen worden, teilten Ministerpräsident Reiner Haseloff und Bildungsminister Tullner mit. Sie lebe im Raum Havelberg und sei eng mit dem Land verbunden. 

Eingeladen würden Bildungsexperten, die in der Volksinitiative mitgemacht hätten, Vertreter der im Landtag vertretenen Parteien, Gewerkschaften, Lehrerverbände, der Landesschülerrat und der Landeselternrat.

Dialog zum Thema Schule: Diese Themen sollen besprochen werden

Der Dialog soll von der ehemaligen Bundesbildungsministerin Johanna Wanka moderiert werden.
Der Dialog soll von der ehemaligen Bundesbildungsministerin Johanna Wanka moderiert werden.  © Steffen Füssel

"Wir wollen über Personal- und Arbeitsvolumen sprechen, über die Frage der Lehrkräfte, über Schulsozialarbeit, pädagogische Mitarbeiter, die ganzen Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung", sagte Tullner. 

Auch Schulbau und -sanierung sollten eine Rolle spielen, ebenso wie die Aus- und Weiterbildung und die Zukunft der Schulen auf dem Land angesichts sinkender Schülerzahlen.

Seit Anfang des Jahres bis Mitte September hatte das Bündnis "Den Mangel beenden - Unseren Kindern Zukunft geben!" Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt. 

Statt der nötigen 163.000 Unterstützer fanden sich nur etwa 76.800. Damit ist das Ziel nicht mehr erreichbar, einen festen Schlüssel für Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie für pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schulgesetz zu verankern.

Titelfoto: Ronny Hartmann/zb/dpa

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