Sammler hortet viele Waffen und Militärgegenstände bis unters Dach: SEK im Einsatz!

Eilenstedt – Im beschaulichen Eilenstedt im Landkreis Harz kam es am Samstagabend zu einem großen Polizeieinsatz. 

Zunächst wurde vermutet, dass der ältere Herr Sprengstoff in seiner Wohnung lagerte.
Zunächst wurde vermutet, dass der ältere Herr Sprengstoff in seiner Wohnung lagerte.  © Thomas Schulz

Die Beamten wurden ersten Informationen nach wegen eines 56-jährigen Mannes alarmiert, der im Besitz von Sprengmitteln sein sollte. 

Als die vor Ort eingesetzten Polizeikräfte dieses überprüfen wollten, zeigte sich der Verdächtige nur kurz, bevor er sich in seiner Wohnung verschanzte. 

Die Einsatzkräfte zogen sich zurück und warteten auf Verstärkung. Schüsse waren zu hören. Die umliegenden Straßen wurden abgesperrt und Spezialeinsatzkräfte sowie die Verhandlungsgruppe des LKA kamen zum entsprechenden Einsatz. 

Wenig später verließ der Mann sein Grundstück und begab sich ohne Widerstand zu den Beamten. Das Grundstück wurde von Sprengstoffspezialisten und einem Polizeihund in der Folge durchsucht. 

Als die Beamten im Dachgeschoss ankamen, staunten sie nicht schlecht: Der Hausbesitzer hatte sich ein kleines Museum eingerichtet. Hunderte von Waffen, Granaten und weitere Militärgegenstände aus dem 18. und 19. Jahrhundert verbargen sich im unscheinbaren Dachausbau.

Das SEK wurde wegen einer möglichen Gefährdungslage alarmiert.
Das SEK wurde wegen einer möglichen Gefährdungslage alarmiert.  © Thomas Schulz

Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz? Kripo ermittelt

Dem ersten Anschein nach waren die meisten Waffen unbrauchbar gemacht worden. Da es sich um eine Vielzahl von Militärstücken handelte, wurden diese dokumentiert und die Räume von der Polizei verschlossen und versiegelt. 

Die Waffenbehörde sowie Spezialisten werden die Fundstücke in den nächsten Tagen näher untersuchen.

Ob ein Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz vorliegt, ist noch unklar. Auch scharfe Waffen wurden verschlossen gefunden, diese darf der Sammler durch seine Waffenbesitzkarte allerdings auch entsprechend besitzen. 

Wie sich später herausstellte, kamen die zuvor gehörten Schüsse nicht vom Grundstück, sondern vermutlich aus einem nahe gelegenen Waldstück von schießenden Jägern. Sprengstoff wurde nicht gefunden. 

Die Kripo hat Ihre Ermittlungen aufgenommen.

Titelfoto: Thomas Schulz

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