Schon wieder das Gefängnis "Roter Ochse": Häftling flieht mit Stichwaffe!

Halle/Bitterfeld - Ein vor zehn Tagen bei einem Gerichtstermin in Bitterfeld-Wolfen kurzzeitig entflohener Häftling trug eine Stichwaffe bei sich. Das Justizministerium in Magdeburg bestätigte am heutigen Freitag einen entsprechenden Bericht der "Bild". Das Stichwerkzeug sei vermutlich in der Justizvollzugsanstalt "Roter Ochse" in Halle aus Besteck gebastelt und bei der Kontrolle vor der Fahrt zum Gericht übersehen worden.

Die JVA "Roter Ochse" sorgt das zweite Mal für Aufsehen.
Die JVA "Roter Ochse" sorgt das zweite Mal für Aufsehen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der 29-Jährige hatte am 8. Juli seine beiden Bewacher attackiert und war mit einem gekaperten Auto geflüchtet. 

Er sei am Ende des Termins sehr aggressiv geworden und habe zwei Wachtmeister von sich gestoßen, teilte das Landgericht Dessau-Roßlau nach dem Vorfall mit. Die beiden Beamten wurden verletzt. 

Auch der Einsatz von Pfefferspray habe den Mann nicht daran gehindert, zu flüchten. Er wurde aber später in Landsberg gefasst.

Das Gefängnis in Halle war vor wenigen Wochen in die Schlagzeilen geraten, weil der 28 Jahre alte Terrorverdächtige Stephan B. am 30. Mai mehrere Minuten unbeobachtet war (TAG24 berichtete).

Dabei überkletterte er nach bisherigen Erkenntnissen einen Zaun und versuchte, offene Türen und Gullydeckel zu finden, ehe er wieder in Gewahrsam genommen wurde. 

Stephan B. soll am 9. Oktober vorigen Jahres schwer bewaffnet versucht haben, in die gut besuchte Synagoge in Halle einzudringen. Als das misslang, soll er zwei Menschen in der Nähe erschossen und auf seiner Flucht mehrere Menschen verletzt haben, ehe er festgenommen wurde.

Der Prozess gegen den Sachsen-Anhalter soll in der kommenden Woche in Magdeburg beginnen.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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