Toter Zweijähriger aus Querfurt: Landkreis sieht keine Fehler beim Jugendamt

Querfurt/Merseburg - Der Saalekreis (Sachsen-Anhalt) sieht im Fall des misshandelten und gewaltsam zu Tode gekommenen Zweijährigen in Querfurt keine Versäumnisse beim Jugendamt. Das Ereignis sei nicht vorherzusehen gewesen, teilte der Landkreis am heutigen Mittwoch mit.

In diesem Wohnhaus wurde der Leichnam des Kleinkindes gefunden.
In diesem Wohnhaus wurde der Leichnam des Kleinkindes gefunden.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Kreis betonte, dass die Staatsanwaltschaft nicht gegen das Jugendamt ermittle. "Dennoch übergibt der Landkreis die Akten unaufgefordert an die ermittelnde Behörde und sichert seine aktive Unterstützung bei der Aufklärung dieses Verbrechens zu", hieß es.

Am gestrigen Dienstag hatte Innenminister Holger Stahlknecht angekündigt, mögliche Versäumnisse der Polizei zu prüfen (TAG24 berichtete). Hintergrund seien Vorwürfe von Nachbarn. 

"Wir haben diese zum Anlass genommen, das eingehend zu prüfen", sagte der CDU-Politiker. "Sobald ein Ergebnis vorliegt, werden wir uns dazu verhalten."

Die 36 Jahre alte Mutter des Kindes sowie deren 30-Jähriger Lebensgefährte sitzen seit Sonntag in Untersuchungshaft

Die Ermittlungen dauerten an. 

In Gedenken an den Zweijährigen aus Querfurt liegen Blumen und Kerzen vor dem Wohnhaus.
In Gedenken an den Zweijährigen aus Querfurt liegen Blumen und Kerzen vor dem Wohnhaus.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der am Samstag in einer Wohnung aufgefundene Leichnam des Zweijährigen weist laut den Ermittlern massive Verletzungen und Spuren schweren sexuellen Missbrauchs auf.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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