Nach viel Kritik: Umstrittene Waffen- und Militariamesse in Halle abgesagt

Halle (Saale) - Die Waffen- und Militariamesse, die im Oktober in Halle stattfinden sollte, wurde von den Veranstaltern abgesagt.

Im Oktober sollte in Halle eine Waffen- und Militariamesse stattfinden. Diese wurde nun abgesagt. (Symbolbild)
Im Oktober sollte in Halle eine Waffen- und Militariamesse stattfinden. Diese wurde nun abgesagt. (Symbolbild)  © Wolf von Dewitz/dpa

Das Mietangebot sei nicht angenommen worden, teilte eine Sprecherin der Messegesellschaft am Montag auf Anfrage mit.

Die Veranstalter begründen auf ihrer Homepage die Absage damit, dass die erwartete Zahl von Ausstellern nicht teilnehmen wolle, wodurch "eine wirtschaftlich sinnvolle Durchführung nicht möglich ist".

Die Ankündigung der Messe hatte für viel Unmut gesorgt. Unter anderem nahmen an der Vorgängermesse in Kassel Aussteller teil, die NS-Devotionalien vertrieben.

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In Halle war sie zudem ursprünglich für die Zeit vom 7. bis zum 10. Oktober geplant. So hätte sie zeitgleich zum zweiten Jahrestag des Terroranschlags in Halle stattgefunden.

Nach Angaben der Messegesellschaft war sie daher auf den 14. bis 17. Oktober verschoben worden. Die Stadt hatte auf der Grundlage des Waffenrechtes und des Gewerberechts rechtliche Schritte geprüft.

Am 9. Oktober 2019 hatte der Rechtsterrorist Stephan Balliet versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge von Halle einzudringen und ein Massaker anzurichten. Als ihm das nicht gelang, erschoss er eine Passantin. Im Anschluss tötete er in einem nahen Döner-Imbiss einen Mann und verletzte auf seiner Flucht weitere Menschen.

Titelfoto: Wolf von Dewitz/dpa

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