Vor 70 Jahren schloss die DDR die innerdeutsche Grenze: Gedenken an Zwangs-Aussiedlung Tausender

Hötensleben - Vor 70 Jahren hat die DDR die innerdeutsche Grenze geschlossen und mit der Zwangsaussiedlung Tausender Menschen aus den grenznahen Gebieten begonnen.

Teile des Grenzdenkmals an der früheren innerdeutschen Grenze in Hötensleben.
Teile des Grenzdenkmals an der früheren innerdeutschen Grenze in Hötensleben.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Daran wird am Donnerstag (11 Uhr) am Grenzdenkmal Hötensleben an der Landesgrenze vom heutigen Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen erinnert.

Erwartet werden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft.

Schüler aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen stellen eine Kunstinstallation vor, die sie zum Gedenktag erarbeitet haben.

Bildung hinter Gittern: So viele Verurteilte haben ihren Schulabschluss in Sachsen-Anhalt nachgeholt
Sachsen-Anhalt Bildung hinter Gittern: So viele Verurteilte haben ihren Schulabschluss in Sachsen-Anhalt nachgeholt

Das Grenzdenkmal Hötensleben, an dem die Grenzanlagen originalgetreu erhalten sind, gehört zur Gedenkstätte Deutsche Einheit Marienborn am ehemals größten deutsch-deutschen Grenzübergang an der Autobahn 2.

Am 26. Mai 1952 begann das DDR-Regime, die bis dahin noch durchlässige innerdeutsche Grenze komplett abzuriegeln. Es errichtete Stacheldrahtzäune und ordnete eine Überwachung des Grenzgebiets an. Später kamen Signalzäune, Minen und Selbstschussanlagen hinzu. Fluchtversuche sollten verhindert werden - auch mit tödlicher Gewalt.

Laut der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn wurden vermeintlich "politisch unzuverlässige" Bewohnerinnen und Bewohner aus grenznahen Orten gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Sie wurden in das Landesinnere zwangsausgesiedelt.

Die Aktionen trugen zynische Namen wie "Aktion Ungeziefer", "Aktion Kornblume" oder "Aktion Blümchen".

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Mehr zum Thema Sachsen-Anhalt: