"Sehr unzufrieden": Weihnachtsgeschäft in Sachsen-Anhalt leidet unter 2G

Magdeburg - Noch schnell im Spielwarengeschäft oder beim Juwelier Weihnachtsgeschenke kaufen? Das geht nur noch für Geimpfte und Genesene. Der Einzelhandel in Sachsen-Anhalt leidet vielerorts.

Das Geschenke-Shopping leidet dieses Jahr unter den Corona-Regelungen. (Symbolbild)
Das Geschenke-Shopping leidet dieses Jahr unter den Corona-Regelungen. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Für den Einzelhandel in Sachsen-Anhalt ist die Einführung der sogenannten 2G-Regel eine große Belastung. Seit gut anderthalb Wochen dürfen in den meisten Geschäften nur noch Geimpfte und Genesene einkaufen.

In einzelnen Städten habe man positive Zahlen gesehen, aber in der Summe sei das Geschäft enttäuschend, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Sachsen-Anhalt, Knut Bernsen.

"Das Weihnachtsgeschäft ist in diesem Jahr für viele Händler wohl eine Katastrophe. Was normalerweise der positive Höhepunkt des Jahres sein sollte, ist jetzt oft ein Loch ohne Boden", sagte Bernsen.

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Eine Umfrage habe ergeben, dass rund 55 Prozent der Händlerinnen und Händler "sehr unzufrieden" seien, weitere 33 Prozent gaben an, "unzufrieden" zu sein.

Im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft 2019, also vor der Corona-Krise, verzeichne man in der umsatzstärksten Zeit des Jahres aktuell ein Umsatzminus von rund 40 Prozent. Bisher generierte das Weihnachtsgeschäft bis zu 30 Prozent des Jahresumsatzes. Einige Händlerinnen und Händler hätten das Geschäft in diesem Jahr schon abgeschrieben.

"Wir sind jetzt in der wichtigsten Zeit des Jahres, wo der Handel seine Hauptumsätze macht", sagte auch Petra Kann, die Managerin vom Allee-Center in Magdeburg. Durch die Regelung, dass nur noch Geimpfte und Genesene in den meisten Läden einkaufen dürfen, sei das Weihnachtsgeschäft das zweite Jahr in Folge eingeschränkt.

Seit dem 6. Dezember dürfen nur noch Geimpfte und Genesene in Geschäfte

Im vergangenen Jahr gab es ab Mitte Dezember einen Lockdown. Es sei schön, dass die Geschäfte in diesem Jahr geöffnet bleiben könnten, sagte die Managerin. "Alles ist besser als ein Lockdown." Grundsätzlich sei das Weihnachtsgeschäft in der Landeshauptstadt ganz gut angelaufen. Man merke aber schon, dass die 2G-Auflagen für starke Frequenz- und Umsatzeinbußen im Vergleich zu 2019 sorgen, so Kann.

In Halle ist der Unmut weit größer. Durch die 2G-Regel kämen nicht so viele Kunden wie noch vor ein paar Wochen, sagte Wolfgang Fleischer von der City-Gemeinschaft Halle. "Wir schätzen so 50 Prozent weniger Umsätze", sagte er. Profitieren würden hingegen der Internethandel und die großen Supermärkte, die oft ebenfalls ein breites Sortiment anböten. "Der Kleine, wo vielleicht am Tag 10 bis 15 reinkommen, der muss einen Riesen-Aufriss machen. Das ist einfach nicht in Ordnung", sagte Fleischer.

Seit dem 6. Dezember dürfen nach der neuen Landesverordnung nur noch Geimpfte und Genesene in die Geschäfte, die nicht zum täglichen Bedarf gehören. Die Nachweispflicht gilt also etwa bei Juwelieren, in Bekleidungsgeschäften, Elektromärkten und Spielwarenläden. Die Städte gehen dabei ganz unterschiedlich mit den Kontrollen um. In Halle muss etwa jedes Geschäft einzeln kontrollieren, ob eine Kundin oder ein Kunde einen gültigen 2G-Nachweis hat.

In der Landeshauptstadt hingegen werden bei den meisten Geschäften in der Innenstadt Zugangsbändchen ausgegeben. Das heißt, dass der Nachweis, ob jemand geimpft oder genesen ist, nur einmal erbracht werden muss.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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