Wer nutzt die 2G-Option? Zustimmung in Sachsen-Anhalt eher verhalten

Magdeburg/Halle - Bereits seit Dienstag können Veranstalter und Betreiber nur noch Geimpften und Genesenen Zugang gewähren. Ungeimpfte müssten dann draußen bleiben. Doch die Idee stößt nach einer ersten Umfrage bei den Veranstaltern auf wenig Gegenliebe.

Vor allem jüngere Menschen in Sachsen-Anhalt sind nicht geimpft - deswegen wäre eine 2G-Regelung in Discotheken und Clubs fatal.
Vor allem jüngere Menschen in Sachsen-Anhalt sind nicht geimpft - deswegen wäre eine 2G-Regelung in Discotheken und Clubs fatal.  © Sophia Kembowski/dpa

Das neu eingeführte 2G-Optionsmodell wird einer ersten stichprobenartigen Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zufolge zunächst nur von wenigen Veranstaltern und Betreibern in Sachsen-Anhalt eingesetzt werden.

Der Hintergrund ist, dass neben einer verpflichtenden 3G-Regelung (Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete) bei Veranstaltungen nun auch eine Auswahl nach dem sogenannten "2G-Optionsmodell" erlaubt ist.

Das biete die Möglichkeit, nur Geimpfte und Genesene einzulassen. Der Vorteil für die Veranstalter: Auf Maskenpflicht, Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen könne dann laut Eindämmungsverordnung verzichtet werden.

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"Wir positionieren uns hier nicht einheitlich", sagte Christian Szibor, Geschäftsführer des Kultur- und Tagungszentrums "Festung Mark" in der Magdeburger Innenstadt.

Bei Veranstaltungen für ältere Menschen mit einer durchschnittlich höheren Impfquote sei das natürlich verlockend. "Bei einer "Erstsemesterparty ist das hingegen schwierig", erklärte Szibor.

Deshalb wolle er erstmal an der 3G-Regelung festhalten.

Fußballvereine in Halle und Magdeburg halten an 3G-Modell fest

Das Stadion des Halleschen FC ist aktuell eh nicht ausgelastet - eine 2G-Regelung würde hier nicht viel Sinn machen.
Das Stadion des Halleschen FC ist aktuell eh nicht ausgelastet - eine 2G-Regelung würde hier nicht viel Sinn machen.  © Picture Point / Gabor Krieg

Auch die beiden großen Fußballvereine aus Halle und Magdeburg werden an dem 3G-Modell festhalten und weiterhin Geimpften, Genesenen und Getesteten den Zugang in ihre Stadien gewähren.

Eine Erweiterung der Kapazitäten mache aus aktueller Sicht ohnehin keinen Sinn, sagte ein Sprecher des Halleschen FC. "Die bisherige Kapazität von 7500 Zuschauern schöpfen wir in Halle meist sowieso nicht aus".

Matthias Nawroth von der Arbeitsgemeinschaft Magdeburger Gastronomen, Inhaber des Magdeburger "Ratskeller", hält die Neuregelung für "wenig sinnvoll". Die häufigen Umstellungen der Regelungen seien für die Gäste nicht mehr nachvollziehbar. Zudem hält er die Regelung auch für realitätsfern.

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Als Beispiel: "Jetzt haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis zwei Leute, die nicht geimpft sind und Sie wollen Geburtstag feiern, dann schließen Sie die aus."

Messe in Halle möchte Veranstaltern die Entscheidung überlassen

Ähnlich verhält es sich bei der nach eigener Aussage größten Diskothek Sachsen-Anhalts - der "Schorre" in Halle.

"Wir werden die 3G-Regel weiterführen", sagte Uwe Helm, Eventmanager des Hauses. "Wir sehen bei den Kontaktdaten, dass insbesondere die Jüngeren nicht geimpft sind." Eine 2G-Regel wäre somit aus der Sicht von Uwe Helm unwirtschaftlich. "Da könnten wir den Laden gleich dicht machen." Auch die Betreiberin der Disko "Palette" in Halle wird nicht von der 3G-Regel abweichen. Es kämen ohnehin nicht genug Leute, um das Besucher-Kontingent auszureizen.

Die Messe in Halle plant, den einzelnen Veranstaltern die Entscheidung zu überlassen, ob sie auf 2G oder 3G setzen wollen. Sie müssten der Messegesellschaft nur das entsprechende Hygienekonzept vorlegen.

Bislang habe man jedoch von keinem Veranstalter gehört, dass mit 2G geplant werde, sagte eine Sprecherin der Messegesellschaft. Die Option sei aber auch noch recht frisch.

Titelfoto: Sophia Kembowski/dpa

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