Wirt verköstigt Gäste trotz Lockdown, nun kommt die Strafe!

Weißenfels - Weil der Betreiber einer kleinen Gartengaststätte im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt sich nicht an die Corona-Regeln halten wollte, hat die Stadt nun ein Bußgeld von 1000 Euro gegen ihn verhängt.

Restaurants dürfen während des Lockdowns nicht öffnen, aber Essen zur Abholung oder Lieferung anbieten. (Symbolbild)
Restaurants dürfen während des Lockdowns nicht öffnen, aber Essen zur Abholung oder Lieferung anbieten. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Mann habe bewusst gegen die Eindämmungsverordnung verstoßen und sein Lokal für einige Besucher offen gehalten, begründete die Stadt am Freitag die Strafe.

Der Landkreis habe nun ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Der Betreiber der Gaststätte "Zur Erholung", Uwe Kreide, wollte nach eigenen Angaben den alten Leuten, die sich teilweise zu einem Kaffee bei ihm einfänden, nicht die Tür vor der Nase zuschlagen.

Mitunter durften sie daher im Lokal Platz nehmen. Dabei sei es keineswegs um Besuchermassen gegangen, sondern nur um vereinzelte ältere Menschen, betonte Kreide. "Soll ich denen den Rollator wegschieben oder den Krückstock wegtreten?"

Das zuständige Ordnungsamt machte deutlich, dass es das Treiben in dem Lokal fortan genauer beobachten will. "Künftig wird sein Lokal engmaschig durch das Rechts- und Ordnungsamt des Landkreises überprüft", hieß es in der Mitteilung der Stadt.

Wirt: "Schicke meine Gäste nicht in die Kälte"

Laut Berichten der BILD bietet der Wirt hauptsächlich Lieferung und Selbstabholung an, erklärte aber auch: "Trotzdem schicke ich meine Gäste bei Kälte und Glätte nicht nach draußen, damit sie an der Straße ihr Essen runterschlingen müssen." Dafür nehme er auch Bußgelder und Sanktionen in Kauf.

Er sei weder Corona-Leugner noch Querdenker, gehöre wegen Asthma selbst zur Risikogruppe und nehme das Virus sehr ernst.

Die Einhaltung aller möglichen Hygienemaßnahmen, darunter Besucherlisten und eine maximale Personenzahl von zehn Gästen (ein Gast pro Tisch), seien daher selbstverständlich.

Ob sein Verhalten auch Folgen für sein Gewerbe haben wird, muss das zuständige Gewerbeamt entscheiden.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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