31.000 zusätzliche Impftermine! Darum hat Sachsen plötzlich mehr Impfstoff

Dresden - Am Freitag stellte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) online neue Impftermine für die sächsischen Impfzentren bereit. Schon nach wenigen Stunden war alles ausgebucht. Dabei gab es anstelle der angekündigten 5000 nun auf einmal 36.000 Impftermine zu vergeben!

Das Impfzentrum in Dresden. Termine für die Schutzimpfung gegen das Coronavirus sind heiß begehrt.
Das Impfzentrum in Dresden. Termine für die Schutzimpfung gegen das Coronavirus sind heiß begehrt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Wo kamen all die 31.000 zusätzlichen Impftermine her? TAG24 fragte bei DRK-Sprecher Kai Kranich nach.

Der nannte gleich mehrere Ursachen. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass man für den Impfstoff Moderna für die Zweitimpfungen nicht mehr 50 Prozent der Dosen, sondern nur noch 10 Prozent zurückhalten müsse. Der Grund: Sachsen erwartet in den kommenden Wochen einen kräftigen Impfdosen-Nachschub.

Zudem wird in Obdachlosenunterkünften sowie bei Heimen für Menschen mit Migrationshintergrund der Impfstoff Johnson & Johnson gespritzt. Das Vakzin eignet sich gut dafür, da man für den vollständigen Schutz nur eine Dosis benötigt.

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Somit wurden zusätzliche Impfdosen frei. Das DRK nahm diese gleich zum Anlass, um den Menschen in Sachsen ein größeres Angebot unterbreiten zu können.

Daher gab es dann am Freitag Tausende zusätzliche Impftermine.

Und noch eine freudige Nachricht: Auch in den nächsten Wochen wird mit mehr freien Impfterminen als bislang bekannt gerechnet! Zumindest, wenn es keine unvorhergesehenen Komplikationen gibt.

Genaue Zahlen konnte Kranich noch nicht nennen. Doch allein kommende Woche sollen Zehntausende Termine vergeben werden.

Was ist der Grund für die langen Online-Wartezeiten?

DRK-Sprecher Dr. Kai Kranich vor dem Dresdner Impfzentrum auf der Messe. Dieses ist seit Januar im Betrieb.
DRK-Sprecher Dr. Kai Kranich vor dem Dresdner Impfzentrum auf der Messe. Dieses ist seit Januar im Betrieb.  © Petra Hornig

Auf Twitter echauffierten sich zahlreiche Nutzer darüber, dass bei der Impfterminvergabe so rein gar nichts geklappt hätte. Stundenlange Wartezeit und kein Termin in Sicht. Das DRK schrieb hingegen, dass die Server stabil laufen würden.

Zum Hintergrund: Kranich bestätigte, dass es kurz nach 8 Uhr einen kurzen Ausfall der Website gab, der jedoch schnell behoben wurde. Doch während der gesamten Zeit waren die Server tatsächlich stabil gewesen.

Die lange Wartezeit kam durch den extremen Ansturm zustande. In der ersten Stunde befanden sich knapp 400.000 Menschen auf der Plattform, knapp die Hälfte der bislang registrierten Nutzer (960.000). Der Warteraum sollte verhindern, dass die Server crashen.

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Denn pro Stunde ist lediglich eine Vergabe von 10.0000 Terminen möglich.

Das System kann parallel 3000 bis 5000 Nutzer ohne Probleme bewältigen.

System der Registrierung vereinfacht

Das System für die Registrierung für eine Impfterminvergabe ist nun übersichtlicher gestaltet.
Das System für die Registrierung für eine Impfterminvergabe ist nun übersichtlicher gestaltet.  © Screenshot/sachsen.impfterminvergabe.de

Wer zunächst zur Registrierung musste und schon zuvor einen Vergleich hatte, dem fiel auf, dass die Seite für die Berechtigungsüberprüfung deutlich vereinfacht wurde.

Laut Kranich war der vorherige verwendete Gesetzestext für viele unverständlich gewesen. Nicht jeder wusste, welche Priorität er anklicken musste - ob eins, zwei, oder drei.

Mit den neuen Einteilungen kann man schnell prüfen, was der Grund für die Berechtigung ist: ob aufgrund des Alters, des Berufs, als Kontaktperson oder Anderes.

Werden die Impfdosen zwischen den Prioritäten anders verteilt? Klares Nein von dem DRK-Sprecher. Denn bei dem Tool handele es sich nur um eine Selbsteinschätzung, die endgültige Überprüfung findet in den Impfzentren statt. Zwischen den einzelnen Gruppen gibt es keinen Unterschied.

Nur bei den Vakzinen gibt es kleine Abweichungen. Während in gesamt Sachsen auch unter 60-Jährige bei Hausärzten geimpft werden können, gibt es in den Impfzentren AstraZeneca nur für Menschen über 60 Jahren.

Kranich stellt klar, dass die Impfzentren irgendwann überflüssig sein werden, diese seien eben "nicht die Regelstruktur". Doch bis dahin werde konsequent an Verbesserungen gearbeitet.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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