3300 Menschen "völlig schutzlos": Hochwasser-Schutzanlage in Grimma mutwillig beschädigt

Grimma - Die Hochwasserschutzanlage in Grimma in Sachsen ist am vergangenen Wochenende von unbekannten Tätern schwer beschädigt worden.

Die erst vor zwei Jahren fertiggestellte Hochwasserschutzanlage in Grimma wurde am Wochenende so schwer beschädigt... (Archivbild)
Die erst vor zwei Jahren fertiggestellte Hochwasserschutzanlage in Grimma wurde am Wochenende so schwer beschädigt... (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, ist unter anderem ein größeres Fluttor betroffen. Eisenteile, die für die Bedienung nötig seien, seien vermutlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag verbogen worden. Nun lasse sich das Tor nicht mehr schließen.

Weil jede Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied sei, sei die ganze Anlage nicht funktionsfähig, erklärte der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (53, parteilos). Käme ein Hochwasser, wäre die Stadt "völlig schutzlos".

"3300 Menschenleben und 800 Gebäude wären dem Hochwasser preisgegeben und damit der Bau der Hochwasserschutzanlage umsonst gewesen", zeigte sich Berger entsetzt.

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Die komplexe Hochwasserschutzanlage war erst 2019 nach elf Jahren Bauzeit fertiggestellt worden. Die Kosten wurden damals auf 57 Millionen Euro beziffert.

In das zwei Kilometer lange Schutzbauwerk sind 78 Tore unterschiedlicher Größe eingebaut, die innerhalb von zwei Stunden geschlossen werden können.

Update, 18.45 Uhr: Polizei informiert über Details der Beschädigungen

Nach Angaben der Leipziger Polizeidirektion wurde nicht nur die Haltestange des Fluttors gewaltsam gelöst und verbogen, außerdem wurden auch Kratzer in der Bodenplatte dokumentiert. Noch dazu haben die Vandalen ein Gummiband zwischen zwei Betonelementen der Schutzmauer mitgehen lassen.

Wie hoch der entstandene Gesamtschaden ist, konnte noch nicht ermittelt werden.

..., dass sie derzeit nicht mehr funktionstüchtig ist. Einem Hochwasser wäre die Stadt schutzlos ausgeliefert.
..., dass sie derzeit nicht mehr funktionstüchtig ist. Einem Hochwasser wäre die Stadt schutzlos ausgeliefert.  © Sören Müller

Mit der Mauer soll Grimma im Landkreis Leipzig einem Hochwasser wie 2013 standhalten.

Titelfoto: Sören Müller

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