76 Jahre nach Hitler-Attentat: Geburtshaus von Schlüsselfigur Olbricht verfällt

Leisnig - Die Stadt Leisnig (Landkreis Mittelsachsen) ringt 76 Jahre nach dem Attentat auf Adolf Hitler um den Erhalt des Geburtshauses des maßgeblichen Mittäters Friedrich Olbricht (1888 - 1944).

Eine Gedenktafel hängt am Geburtshaus von Friedrich Olbricht (1888 - 1944).
Eine Gedenktafel hängt am Geburtshaus von Friedrich Olbricht (1888 - 1944).  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Das denkmalgeschützte Gebäude, in dem der spätere Wehrmachtsgeneral 1888 zur Welt gekommen war, steht seit Jahren leer und ist vom Verfall bedroht. 

Weil das Haus jedoch in Privatbesitz ist, kann die Stadt es nicht sanieren.

Der Stadtrat habe grünes Licht dafür gegeben, dass die Stadt das Haus kaufen könne, sagte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. 

"Wir haben uns als Stadt und Stadtverwaltung diesem Haus verschrieben", betonte er. 

Versuche, mit dem Besitzer in Kontakt zu treten, seien gescheitert. 

Um größeren Schaden abzuwenden, hatte die Stadt bereits 2010 mit finanzieller Unterstützung der Unteren Denkmalschutzbehörde eine Notsicherung des Dachs vornehmen lassen.

Friedrich Olbricht gehörte mit Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Generalmajor Henning von Tresckow zu den führenden Köpfen des Attentats am 20. Juli 1944.

Das baufällige Geburtshaus von Friedrich Olbricht (1888 - 1944).
Das baufällige Geburtshaus von Friedrich Olbricht (1888 - 1944).  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Gemeinsam mit Stauffenberg wurde der General in der Nacht nach dem Anschlag in Berlin erschossen. 

Neben dem Eingang von Olbrichts Geburtshaus erinnert seit 1988 eine Gedenktafel an ihn sowie wenige hundert Meter davon entfernt eine Rotbuche in einem kleinen Park.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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