80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion: MP Kretschmer diskutiert mit Schülern

Dresden - Heute vor genau 80 Jahren begann der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. "Ein wichtiges Datum", findet Sachsens MP Michael Kretschmer (46, CDU). Warum, das diskutierte er am Montag mit Gymnasiasten aus Dresden, Görlitz und Dippoldiswalde - im Militärhistorischen Museum.

Auch mit Maschinengewehren: Obwohl Hitler einen Nichtangriffspakt mit Stalin geschlossen hatte, startete er am 22. Juni 1941 den Angriff auf die Sowjetunion.
Auch mit Maschinengewehren: Obwohl Hitler einen Nichtangriffspakt mit Stalin geschlossen hatte, startete er am 22. Juni 1941 den Angriff auf die Sowjetunion.  © imago/ITAR-TASS

Was haben 60 Schuhe von ermordeten Juden im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr (MHMBW) in Dresden zu suchen?

"Die Schuhe stammen aus dem KZ Majdanek", erklärt die wissenschaftliche Leiterin des MHM, Kristiane Janecke (53). Der Holocaust sei ein wesentlicher Aspekt von Hitlers verbrecherischem Feldzug gewesen.

An einem Tag wurden in Majdanek 18.000 Juden auf einen Schlag erschossen. Überlebende Jüdinnen mussten die Schuhe der Toten sortieren, die zu Hause in Deutschland weiterverwendet werden sollten.

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Auch deshalb ist der 22. Juni 1941 ein wichtiges Datum. "Wir wollen, dass sich diese Geschichte nicht wiederholt", sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. 27 Millionen Opfer forderte der "Russland-Feldzug" - allein auf sowjetischer Seite.

Auf deutscher Seite fielen rund 1,3 Millionen Soldaten. Und sächsische Soldaten? "Das könnte man herauskriegen, wenn man die Zahlen aller Verbände aus Sachsen vergleicht", sagt Oberst Dr. Armin Wagner (52), der Direktor des Museums.

Für den MP ist das Treffen mit den Gymnasiasten auch ein Korrektiv fürs eigene Oberstübchen. "Irgendwie denke ich ja, ich bin noch jung." Aber ihn und die Schüler trennen fast 30 Jahre. Deshalb will er hören, welche Akzente die Jungen heute setzen und wie sie über den Überfall der Wehrmacht auf Russland denken.

Michael Kretschmer diskutierte mit Schülern aus Dresden, Görlitz und Dippoldiswalde

Opfer: Auf sowjetischer Seite waren insgesamt rund 27 Millionen Tote zu beklagen.
Opfer: Auf sowjetischer Seite waren insgesamt rund 27 Millionen Tote zu beklagen.  © Archiv Gerstenberg
Sachsens MP Michael Kretschmer (46, CDU) wollte wissen, wie Abiturienten heute über den Überfall der Wehrmacht denken.
Sachsens MP Michael Kretschmer (46, CDU) wollte wissen, wie Abiturienten heute über den Überfall der Wehrmacht denken.  © Eric Münch
"Gespalten": Das Militärhistorische Museum zeigt einen Ausschnitt aus der Geschichte aber auch wie aktuell der heute noch ist.
"Gespalten": Das Militärhistorische Museum zeigt einen Ausschnitt aus der Geschichte aber auch wie aktuell der heute noch ist.  © Eric Münch

"Eigentlich erfahren die Schüler heute nichts Neues", sagt Olaf Lees (60). Er ist Lehrer für Geschichte, Geografie und Ethik am Dippoldiswalder Gymnasium und mit fünf Schülern seines Leistungskurses Geschichte angereist.

"Kriegswirklichkeiten" waren eines der Themen der letzten zwei Jahre in der Oberstufe. Der Besuch sei eher eine Bestätigung des Gelernten, so Lees. Katja Bernatzky (18) widerspricht. "Sicher, die Grundzüge waren klar. Im Detail habe ich heute aber viel Neues kennengelernt."

Titelfoto: Eric Münch, Archiv Gerstenberg

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