Ab heute strengere Corona-Regeln in Sachsen

Dresden - Der Lockdown in Sachsen wurde erneut verlängert! Und vom 11. Januar bis mindestens zum 7. Februar gelten sogar noch strengere Regeln als zuvor. Aber was genau gilt denn nun?

Bei all den neuen Regeln und Lockdown-Verlängerungen kann man mal den Durchblick verlieren. TAG24 hilft mit einer Übersicht über die aktuelle Corona-Verordnung.
Bei all den neuen Regeln und Lockdown-Verlängerungen kann man mal den Durchblick verlieren. TAG24 hilft mit einer Übersicht über die aktuelle Corona-Verordnung.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Sachsen auf einen Lockdown bis zum 7. Februar und geht damit über die Festlegungen der Bund-Länder-Schalte hinaus. Dort war von einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar die Rede.

Demnach bleiben Kitas und Schulen im Freistaat bis zum 7. Februar weitgehend geschlossen. Kontakte werden weiter eingeschränkt, allerdings will Sachsen Ausnahmen für die Kinderbetreuung ermöglichen. Das beschloss das Kabinett am Freitag in Dresden.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) sprach von weiterhin "besorgniserregenden Zahlen" im Freistaat. Oberstes Prinzip sei es, Kontakte zu vermeiden.

Zahlreiche bestehende Regelungen - etwa der 15-Kilometer-Radius - bleiben unverändert. Auch Geschäfte bleiben geschlossen.

Die neue Corona-Verordnung in Sachsen gilt ab dem 11. Januar - und die folgenden Punkte stehen drin!

Kitas und Schulen in Sachsen bleiben geschlossen!

Sachsens Schulen öffnen frühestens am 8. Februar wieder ihre Tore.
Sachsens Schulen öffnen frühestens am 8. Februar wieder ihre Tore.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Laut der neuen Verordnung bleiben Kitas und Schulen in Sachsen bis zum 7. Februar geschlossen, vom 8. Februar an sollen sie im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen - wenn es die Infektionszahlen zulassen.

An den Grundschulen soll in festen Klassen unterrichtet werden, an weiterführenden Schulen in einem Wechsel von Unterricht zu Hause und in der Schule.

Schüler der Abschlussklassen sollen ab 18. Januar wieder zur Schule gehen können - in geteilten Klassen.

Für Eltern soll es zumindest finanziell Entlastung geben: Eltern, die ihre Kinder aufgrund des Lockdowns nicht in Krippe, Kindergarten, Hort oder Kindertagespflege betreuen lassen können, müssen auch keine Elternbeiträge entrichten.

Für den Zeitraum vom 14. Dezember bis 17. Januar 2021 wird ein Monatsbeitrag pauschal erstattet, danach für jede weitere Woche ein Viertel des jeweiligen Monatsbeitrages.

Die Winterferien in Sachsen werden verschoben

Sachsens Schüler müssen sich 2021 auf ein paar Änderungen bei den Terminen der Winterferien einstellen.
Sachsens Schüler müssen sich 2021 auf ein paar Änderungen bei den Terminen der Winterferien einstellen.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Eigentlich waren die Winterferien in Sachsen vom 10. bis 22. Februar geplant. Die Regierung hat sich nun für einen Kompromiss entschieden.

Dadurch soll die erste Ferienwoche auf die erste Februarwoche vorgezogen werden. In der Karwoche vor Ostern soll dann die zweite planmäßige Ferienwoche nachgeholt werden.

Wenn Eltern schon einen Urlaubsplatz für die eigentliche Ferienzeit gebucht haben, können die Kinder vom Unterricht freigestellt werden.

Kontaktbeschränkungen werden ab 11. Januar in Sachsen sogar noch strenger

Bitte Abstand halten: Künftig darf jeder Hausstand nur noch eine weitere Person treffen.
Bitte Abstand halten: Künftig darf jeder Hausstand nur noch eine weitere Person treffen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Mit der neuen Verordnung verschärft Sachsen noch einmal die Kontaktregeln: Demnach darf sich zwar wie mit dem Bund vereinbart ab dem 11. Januar nur noch ein Hausstand mit einer weiteren Person treffen.

Allerdings gibt es Ausnahmen: Abwechselnde Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren sind erlaubt, die Kinder dürfen aber höchstens aus zwei Haushalten kommen.

Damit dürfen sich etwa zwei Familien bei der Kinderbetreuung abwechseln. Gesundheitsministerin Köpping sprach von einer "lebensnahen Lösung".

Man habe dies auch ermöglichen wollen, betonte die Ministerin, weil die Notbetreuung zu 20 Prozent ausgelastet sei. Damit sei eine Grenze erreicht.

Testpflicht für Grenzpendler: Nur noch einer, statt zwei Tests pro Woche

Pendler müssen sich nicht mehr ganz so häufig testen lassen wie früher.
Pendler müssen sich nicht mehr ganz so häufig testen lassen wie früher.  © Tino Plunert/dpa-Zentralbild/dpa

Nach Kritik an der Corona-Testpflicht für Berufspendler aus Polen und Tschechien rückte das Kabinett zudem von der geplanten Testung zweimal pro Woche ab. Stattdessen sollen sich Pendler nur noch einmal pro Woche testen lassen.

Um den Unternehmen mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben, beginnt die Testpflicht erst am 18. Januar und damit eine Woche später als geplant.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) stellte Unternehmen, die ihre Pendler unterstützen, einen Zuschuss bis zu zehn Euro pro Schnelltest in Aussicht.

Öffentlicher Nahverkehr und Homeoffice: Ältere sollen ÖPNV meiden

Älteren Menschen wird "dringend empfohlen" sich vom öffentlichen Nahverkehr fernzuhalten.
Älteren Menschen wird "dringend empfohlen" sich vom öffentlichen Nahverkehr fernzuhalten.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die sächsische Regierung hat angesichts hoher Corona-Infektionszahlen ältere Bürger gebeten, den öffentlichen Nahverkehr so gut wie möglich zu meiden.

Gesundheitsministerin Petra Köpping und Wirtschaftsminister Martin Dulig sprachen von einer dringlichen Empfehlung.

Nach Angaben von Dulig sind Busse und Bahnen wegen der Pandemie sachsenweit derzeit im Schnitt zu 40 Prozent ausgelastet. Ziel sei es, die Auslastung auf 25 Prozent zu reduzieren.

Zudem appellierten beide Minister an die Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter möglichst ins Homeoffice zu schicken. Betriebskantinen sollten nach Möglichkeit geschlossen werden.

Corona-Impfungen: Ab 11. Januar sollen täglich 2800 Sachsen geimpft werden

In Sachsen wird zwar bereits geimpft, aber noch lange nicht genug.
In Sachsen wird zwar bereits geimpft, aber noch lange nicht genug.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Ministerin Köpping sprach sich erneut dafür aus, dass Sachsen angesichts der hohen Infektionszahlen Impfstoff bevorzugt erhalten sollte.

Als Argument führte sie auch das hohe Durchschnittsalter der Bevölkerung an. Mehr als eine Million der vier Millionen Sachsen seien über 65 Jahre alt.

Ab Montag - wenn auch die Impfzentren starten - sollen täglich insgesamt 2800 Impfdosen im Freistaat verabreicht werden, in Seniorenheimen, den Krankenhäusern und Impfzentren.

Bisher schneidet Sachsen im bundesweiten Vergleich bei der Impfquote eher schlecht ab.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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