Afrikanische Schweinepest: Sachsen erweitert Schutzzonen, Schießbefehl auf Wildsauen!

Dresden - Die Afrikanische Schweinepest rückt von Polen immer weiter Richtung Westen vor. Im nahen Brandenburg gleich hinter der sächsischen Grenze sprang die Seuche erstmals auf Hausschwein-Bestände über, 200 Tiere müssen getötet werden.

Ein Schutzzaun soll die infizierten Wildschweine in den Sperrbezirken abwehren. THW-Helfer beim Aufbau (Bildmontage).
Ein Schutzzaun soll die infizierten Wildschweine in den Sperrbezirken abwehren. THW-Helfer beim Aufbau (Bildmontage).  © dpa/Patrick Pleul, dpa/Oliver Böhmer

Sachsen verschärft jetzt die Maßnahmen und weitet die Schutzzonen aus. Das trifft nicht nur Jäger, Fleischer und Züchter, sondern auch Hundebesitzer.

Die Lage ist ernst: Kürzlich wurden in der Nähe der bisherigen Restriktionszone zur Eindämmung der Seuche (Landkreise Görlitz und Bautzen) infizierte Tiere gefunden. Das ist der Grund für die ab 14. Juli geltende Erweiterung.

"Wir werden jetzt unverzüglich mit der Umzäunung des gefährdeten Gebietes beginnen", so Sachsens Gesundheits- und Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD).

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Zur inneren Restriktionszone gehören nun neben dem gesamten Norden des Landkreises Görlitz auch Teile der Gemeinden Spreetal, Lohsa, Radibor und der größte Teil des Stadtgebietes Bautzen.

Die äußere oder Pufferzone reicht bis zur Grenze des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Köpping sagt mehr finanzielle und personelle Hilfen zu

Sachsens Gesundheits- und Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD).
Sachsens Gesundheits- und Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD).  © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die damit verbundenen Ver- und Gebote für die innere Zone sind besonders streng:

  • Jagd: Wer jagen darf, ist im eigenen Revier zur Jagd und zur Mitwirkung bei der Fallwildsuche verpflichtet.
  • Prämien: Erlegte männliche Tiere bringen je zehn Euro, weibliche 50. Werden sie beprobt und abgegeben, gibt's jeweils 150 Euro.
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  • Haltung: Auslauf- und Freilandhaltung von Schweinen sind im gefährdeten Gebiet verboten. Das gilt auch für den Transport, für Schweineprodukte und frisches Fleisch oder Zuchtmaterial.
  • Leinenzwang: Hunde müssen an der Leine geführt werden.

Die Federführung bei der Bekämpfung liegt bei den Landkreisen. Petra Köpping hat bereits mehr finanzielle und personelle Hilfen zugesagt.

"Wir sind uns einig, dass wir neue Kräfte mobilisieren müssen, um der Schweinepest auf absehbare Zeit Herr werden zu können."

Titelfoto: dpa/Patrick Pleul, dpa/Oliver Böhmer

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