Alarm! Sachsens Polizei ist ständig krank

Dresden - Sachsens Polizisten sind häufiger und länger krank als der Durchschnitts-Berufstätige im Freistaat.

Schon wieder Überstunden - der Krankenstand bei Sachsens Polizei ist besonders hoch.
Schon wieder Überstunden - der Krankenstand bei Sachsens Polizei ist besonders hoch.  © Florian Gärtner/photothek.net

Besonders in den Polizeidirektionen Leipzig und Zwickau melden sich viele Ordnungshüter als nicht arbeitstauglich ab. Das musste Innenminister Roland Wöller jetzt nach einer parlamentarischen Anfrage einräumen.

So war zum Jahreswechsel bei einem Krankenstand von 9,55 Prozent nahezu jeder zehnte Leipziger Polizist krank geschrieben, es folgen die Direktionen Zwickau (8,96) und Görlitz (8,62). 

In Sachsen liegt der Krankenstand bei 4,5 Prozent. Das bedeutet: An jedem Tag des Jahres waren von 1000 Arbeitnehmern 45 krank geschrieben. Diesen Wert übertrifft jede sächsische Polizeidirektion erheblich.

"Zu viel Arbeit für zu wenig Polizei", fasst Matthias Lukat von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Situation zusammen. Zunehmend schreiben Beamte auch Überlastungs-Anzeigen, andere leiden unter psychosomatischen Erkrankungen. 

Lukat: "Aufgrund des immensen Anfalls von Arbeit sagen Kollegen, sie können einfach nicht mehr."

Sachsen hat eine Ausbildungs-Offensive gestartet, um die altersbedingten Abgänge zu kompensieren. Doch ungeachtet davon quittierten im vergangenen Jahr 353 Beamte den Dienst - aus "sonstigen Gründen", oder sie gingen in den Vorruhestand.

Titelfoto: Florian Gärtner/photothek.net

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