Als letztes Bundesland: Sachsen will "Click and Collect" erlauben

Dresden - Sachsen will ab kommender Woche den Abholservice "Click and Collect" (bestellen und abholen) erlauben und damit dem Einzelhandel wieder mehr Luft verschaffen.

Kunden könnten dann per Telefon oder Internet Waren bestellen und sie an Geschäften abholen.
Kunden könnten dann per Telefon oder Internet Waren bestellen und sie an Geschäften abholen.  © Marijan Murat/dpa

Der Freistaat war das einzige Bundesland, in dem dieser Service in der Corona-Pandemie bisher nicht gestattet war. Kunden können so Waren per Telefon oder Internet bestellen und sie dann in den Geschäften abholen.

Man sei in den letzten Wochen gezwungen gewesen, auf diese Regelung zu verzichten, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) am Dienstag mit Blick auf die hohen Inzidenzzahlen Ende 2020 und Anfang dieses Jahres.

Jetzt könne man es verantworten, dass dieser Service möglich ist. Dennoch gelte es Regeln zu beachten.

Es dürfe zu keinen Menschenansammlungen vor den Geschäften kommen.

Die Läden müssten das regeln, indem sie beispielsweise Zeitfenster zur Abholung einrichten. Das Bezahlen mit Kreditkarte soll die Regel sein.


UPDATE, 17.20 Uhr: Handelsverband begrüßt Entscheidung und fordert weitere Öffnung

Der Handelsverband Sachsen hat die "Click & Collect"-Einführung begrüßt und zugleich weitere Lockerungen gefordert.

Es ermögliche nicht annähernd die Umsätze wie bei geöffneten Läden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes, René Glaser, am Dienstag.

Für den Handel sei es zumindest eine Möglichkeit, mit den Kunden wieder in Kontakt zu treten, so Glaser. Die Händler verfügten über sichere und kontaktlose Konzepte, etwa mit gestaffelten Zeitfenstern für die Abholung, kontaktloser Übergabe an Abholschaltern oder bargeldloser Bezahlung. "Der sächsische Einzelhandel ist somit im Hinblick auf 'Click & Collect' gerüstet."

Zugleich verwies der Verband darauf, dass für viele von der Schließung betroffene Unternehmen die Situation "sehr ernst und extrem angespannt" sei. Mit jedem weiteren Tag verschärfe sich die Lage, so Glaser. Der Handel fordert daher unter Einhaltung der Hygieneregeln weitere Lockerungen auch bei einem Inzidenzwert über 50 und eine schnelle Öffnungsperspektive.

Zudem mahnte Glaser wirksame Wirtschaftshilfen an. "Es herrscht akute Finanznot." Bisher habe der Einzelhandel aus den Hilfsprogrammen keine oder nur eine sehr geringe Unterstützung erhalten.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0