Angriff auf "Spiegel TV"-Team bei Corona-Protest in Sachsen: Nun ermittelt der Staatsschutz

Görlitz/Oppach - Der Staatsschutz der Görlitzer Polizei ermittelt zu einer Attacke auf ein "Spiegel-TV"-Team bei einem Corona-Protest an der Bundesstraße 96 am 12. Juli in Sachsen.

Teilnehmer eines Protests stehen mit Fahnen an der Bundesstraße 96. Die sogenannten B 96-Proteste richten sich unter anderem gegen die vermeintliche Überregulierung des Staates in Coronazeiten.
Teilnehmer eines Protests stehen mit Fahnen an der Bundesstraße 96. Die sogenannten B 96-Proteste richten sich unter anderem gegen die vermeintliche Überregulierung des Staates in Coronazeiten.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir kennen den Fall", sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Er wurde der Behörde am Dienstag im Nachhinein durch die Ausstrahlung des TV-Beitrags (Montag) bekannt, es wurde von Amts wegen Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. 

Was genau passiert ist, muss demnach noch geklärt sowie Täter und Geschädigte müssen noch ausfindig gemacht werden. Der Spiegel-Verlag mit Sitz in Hamburg machte mit Blick auf die laufenden Ermittlungen auf Anfrage keine Angaben zu dem Vorfall.

In dem Video ist zu sehen, wie ein Mann laut Beitrag "an der B96 zwischen Zittau und Bautzen" das TV-Team mit dem Handy filmt und den Kameramann anschreit: "Nimm die Kamera weg, Du Vogel, sonst klatscht's." 

Kurz darauf stürmt er auf den Kameramann zu mit den Worten: "Verpiss Dich, hau ab!" Von der Stimme, die dem TV-Beitrag erläuternd unterlegt ist, heißt es dann: "Der Dialog endet mit einem Faustschlag für unseren Reporter." Über die Attacke berichtete auch die "Sächsische Zeitung."

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) verurteilte den Vorfall. Die Vorsitzende des DJV in Sachsen, Ine Dippmann, betonte am Donnerstag: "Wir werden nicht hinnehmen, dass Gewalt oder ihre Androhung als Mittel der Auseinandersetzung gebilligt wird."

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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