"April April, Rolle rückwärts": So reagiert Sachsen auf das Osterruhe-Aus

Dresden/Berlin - Zurück, marsch, marsch! Während Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD) am Mittwochvormittagim Landtagsfoyer noch die Osterruhe-Regelung kritisierte und die Welt nicht mehr verstehen wollte, kam auch schon das Dementi aus Berlin: Oster-Lockdown? Gestorben! Nun werden Forderungen nach verlässlichen politischen Entscheidungen noch lauter.

"Keine gute Entscheidung": Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).
"Keine gute Entscheidung": Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).  © Ove Landgraf

Die Osterruhe ist gekippt, die Wirtschaft frohlockt: Die Entscheidung für den Oster-Lockdown "hätte diesem Land in dieser komplizierten Situation letztlich mehr Schaden als Nutzen zugefügt", sagte der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer (56). Der Bundeskanzlerin zollte er Respekt für die übernommene Verantwortung.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) nahm die Kanzlerin ausdrücklich in Schutz.

"Wir haben über die vergangenen zwölf Monate diesem Land viele richtige Entscheidungen gegeben", sagte er. Die Entscheidung vom Montag habe nicht dazugehört.

Kritik kommt von Sachsens Friseuren. Sämtliche Termine für Gründonnerstag und Karsamstag seien abgesagt worden, nun müsse wieder umgeplant werden, hieß es von den Friseurinnungen Dresden und Chemnitz.

Versteht die Welt nicht mehr: der sächsische Wirtschaftsminister Marin Dulig (47, SPD).
Versteht die Welt nicht mehr: der sächsische Wirtschaftsminister Marin Dulig (47, SPD).  © DPA / Robert Michael

Ärger bei der Friseur-Innung über Termin-Wirrwarr

Friseur-Innungsobermeister Jörn Lüdecke (36).
Friseur-Innungsobermeister Jörn Lüdecke (36).  © Maik Börner

"Plötzlich heißt es: April, April! Rolle rückwärts! Das ist ein Drama", sagte der Obermeister der Friseurinnung Chemnitz, Jörn Lüdecke (36), und forderte mehr politische Verlässlichkeit.

Kritik auch von Linken-Fraktions-Chef Rico Gebhardt (57).

Er ging am Mittwoch mit seiner Forderung weit über den Beschluss der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten vom Montag hinaus und forderte einen 14-Tage-Lockdown.

Was die Entwarnung aus Berlin für die Ostertage konkret in Sachsen bedeutet, ist noch völlig offen. Man suche nach Optionen und werde darüber mit Bürgermeistern, Wirtschaftsverbänden und den Vertretern des Gesundheitswesens sprechen.

"Die Anzahl der Optionen ist durchaus begrenzt", so Kretschmer. Kaum vorstellbar ist, dass die Staatsregierung am Gründonnerstag und am Karsamstag als Arbeitstagen rüttelt.

Müssen die abgesagten Termine für Gründonnerstag und Karsamstag neu organisieren: Sachsens Friseure.
Müssen die abgesagten Termine für Gründonnerstag und Karsamstag neu organisieren: Sachsens Friseure.  © DPA / Christophe Gateau

Denkbar sind angesichts der hohen Infektionszahlen aber Einschränkungen bei Kontakten, eventuell bei Ladenöffnungen.

Der Beschluss zur neuen Corona-Schutz-Verordnung soll am Montag fallen. Eine Rolle rückwärts ist danach kaum zu erwarten.

Titelfoto: Montage: Ove Landgraf / DPA / Robert Michael

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0