Atomendlager in Sachsen? Hier können die Bürger mitreden

Dresden/Berlin - Die Standortsuche nach einem Atommüllendlager geht in die nächste Runde: Dabei kann prinzipiell jeder mitreden - live vor Ort oder online. Los geht es bereits im Oktober.

Für Atommüll gibt es bisher nur Zwischenlager, wie hier in Morsleben (Bördekreis). Nun wird ein Endlager gesucht - dabei kann jeder Bürger mitreden.
Für Atommüll gibt es bisher nur Zwischenlager, wie hier in Morsleben (Bördekreis). Nun wird ein Endlager gesucht - dabei kann jeder Bürger mitreden.  © dpa/Jens Wolf

Welche Gebiete sich für das nationale nukleare Endlager eignen, ist seit Montag klar. Die von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) veröffentlichte Liste wird nun anhand von weiteren Kriterien ausgedünnt. 

Dabei können alle Interessierten bei einer Auftaktveranstaltung und drei sogenannten Fachkonferenzen ein Wörtchen mitreden.

Die Anmeldung für den Auftakt in Kassel am 17. und 18. Oktober ist ganz einfach und läuft übers Internet (www.endlagersuche-infoplattform.de). Wegen der Corona-Pandemie sind die Plätze vor Ort auf 250 beschränkt. Die Plätze werden im Losverfahren vergeben, eine Online-Teilnahme ist möglich. Auch dafür ist eine Registrierung erforderlich. Wer das Ganze nur mitverfolgen will, kann über YouTube zusehen.

Mit der Veranstaltung in Kassel sollen die Fachkonferenzen im Februar, April und Juni 2021 vorbereitet werden. Dann werden Argumente ausgetauscht. 

Die Ergebnisse werden im weiteren Auswahlprozess berücksichtigt. 

Zwei Sachsen suchen mit

Höchste Transparenz: Persönlichkeiten und Bürger wie du und ich überwachen die Suche nach einem Atommüllendlager. Im "Nationalen Begleitgremium" (NBG) sitzen auch zwei Vertreter aus Sachsen.

Der international renommierte Physiker Dr. Roland Sauerbrey (67) war 14 Jahre lang Direktor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf. In diesem Jahr wechselte er an das Institut CASUS nach Görlitz. Seit Dezember 2019 ist die Journalistin Annette Lindackers (55) die zweite Vertreterin Sachsens in dem Gremium.

Von den insgesamt 18 Vertretern wurden zwölf von Bundestag und Bundesrat berufen. Zu ihnen gehört auch Markus Dröge (65), der ehemalige Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die sechs Bürgervertreter wurden anhand von demografischen Basisdaten mehr oder weniger zufällig ausgewählt.

Das Gremium agiert unabhängig und sorgt dafür, dass die Suche nach dem ultimativen Standort für ein Atommüll-Endlager so objektiv wie möglich verläuft. 

Titelfoto: dpa/Jens Wolf

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