Aus dem Polizeibericht: Sachsens Kriminalität im Corona-Wandel

Sachsen - Straßen leer, Grenzen dicht, Kneipen geschlossen: Das öffentliche Leben liegt in Sachsen weitgehend brach. Das trifft nicht nur den braven Bürger. Auch Kriminelle und Verkehrssünder finden nun eine ganz andere Welt vor. Welche Konsequenzen hat das?

Eingebrochen wird nun weniger.
Eingebrochen wird nun weniger.  © dpa/Daniel Maurer

Wer derzeit mit dem Auto unterwegs ist, könnte der Krise fast ein paar Vorzüge abgewinnen: Ob auf der Autobahn oder in Innenstädten, fast überall hat man freie Bahn. 

"Offenbar verleiten die leeren Straßen den einen oder anderen zu Geschwindigkeitsverstößen", sagt Marko Laske (45) von der Dresdner Polizei

So bretterte ein Dresdner BMW die A13 mit 250 statt der erlaubten 120 Stundenkilometer entlang (TAG24 berichtete). Die Polizei warnt, dass auch weiterhin geblitzt werde, allerdings sind die Unfallzahlen im Freistaat in den vergangenen Tagen deutlich zurückgegangen.

Zurückgegangen sind wohl auch Hauseinbrüche. Wenig verwunderlich, wenn alle Leute meist zu Hause sind. 

Bislang konnte auch keine Zunahme häuslicher Gewalt festgestellt werden. 

Was sonst so los ist

Ein BMW-Fahrer übertrieb es völlig.
Ein BMW-Fahrer übertrieb es völlig.  © imago images /imagebroker

"Die Anzahl der angezeigten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen", sagt Tom Bernhardt (49) vom Landeskriminalamt. 

Und weiter: "Dies gilt auch für Fälle häuslicher Gewalt. Auch konnten bisher keine signifikanten Verlagerungen, beispielsweise hin zu mehr Betrugsdelikten im Internet, festgestellt werden."

Im Dreiländereck hofft die Polizei auf einen Rückgang der grenzüberschreitenden Kriminalität. 

"Aufgrund der Grenzschließungen und den damit verbundenen Kontrollen auf polnischer Seite hat sich die Schwerpunktlage der grenzüberschreitenden Kriminalität gefühlt entzerrt", sagt Anja Leuschner (32) von der Görlitzer Polizei. 

"Valide lässt sich das jedoch nach den wenigen Tagen noch nicht abschließend belegen." 

Einbrüche in Gaststätten und Geschäfte gibt es nach wie vor im ganzen Freistaat, gezielte Plünderungen sieht darin aber bislang noch keine Polizeidirektion.

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Titelfoto: imago/imagebroker, dpa/Daniel Maurer

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