Billiganbieter ade: Stromkunden landen wieder bei Stadtwerken

Chemnitz/Dresden/Leipzig - Hohe Preise auf dem Energiemarkt haben viele Strom-Billiganbieter ruiniert. Sie kündigen reihenweise die Verträge, auch in Sachsen. Doch bei den kommunalen Anbietern zahlen die Neukunden einen hohen Preis.

Stefanie Siegert (34) von der Verbraucherzentrale Leipzig.
Stefanie Siegert (34) von der Verbraucherzentrale Leipzig.  © Petra Hornig

"Eine Preisentwicklung auf dem Energiemarkt, wie sie seit dem Frühsommer 2021 zu beobachten ist, gab es so noch nie", sagt die Sprecherin von Sachsen-Energie (Dresden), Nora Weinhold (39).

Bei Sachsen-Energie seien durch die Kündigungen seit Herbst bis zu 10.000 Wechsler betroffen. Ähnlich ist es bei den Stadtwerken Leipzig. Bei Energie eins in Chemnitz sind es mehr als 3000 Erdgas- und mehr als 1400 Stromkunden.

Die "außerplanmäßigen Energiemengen" für die vielen Neukunden müssten zu den aktuell hohen Marktpreisen eingekauft werden, so Weinhold.

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Deshalb gelten für diese Kunden höhere Preise. Bei Strom zahlen Neukunden in einer bestimmten Tarifklasse seit Dezember 57,04 Cent je Kilowattstunde, Bestandskunden nur 28,83 Cent. Bei Heizgas sind es 19,86 Cent pro Kilowattstunde (Neukunden) bzw. 14,27 Cent (Bestandskunden).

Als würde der Zähler rasen: Die Energiepreise explodieren - zum Leidwesen der Kunden.
Als würde der Zähler rasen: Die Energiepreise explodieren - zum Leidwesen der Kunden.  © dpa/Julian Stratenschulte

Aber: Viele Kündigungen sind unwirksam, sagt Stefanie Siegert (34) von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig. Kunden sollten auf Lieferung bestehen und sich Schadensersatzansprüche vorbehalten. Auch eine Differenzierung zwischen Bestands- und Neukunden lehne die Verbraucherzentrale ab.

Titelfoto: dpa/Julian Stratenschulte

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