Bis Mitte Januar keine Anmeldung möglich: Sachsen ist Schlusslicht beim Impfen

Dresden - Während in anderen Bundesländern bereits Termine für Corona-Schutzimpfungen vergeben werden, ist eine Anmeldung in Sachsen noch nicht möglich.

Der Beweis: Der Stempel im Impfausweis bestätigt, dass die Impfungen in Sachsen begonnen haben - allerdings schleppend.
Der Beweis: Der Stempel im Impfausweis bestätigt, dass die Impfungen in Sachsen begonnen haben - allerdings schleppend.  © dpa/Peter Gercke

Das werde erst mit dem Start der 13 Impfzentren möglich, so Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD). Damit sei frühestens zum 11. Januar zu rechnen.

In Sachsen sind laut Robert Koch-Institut bisher 1487 Personen, laut sächsischem Gesundheitsministerium 1533 geimpft. Damit ist der Freistaat mit Bremen (1059) und Thüringen (672) Schlusslicht der bundesweiten Impfstatistik.

Wie kann das sein, wo Sachsen doch die meisten Neuinfektionen und die meisten Toten in der Pandemie zählt?

Das Internet ist voll von hämischen Kommentaren. "Häuptling Kretschmer hat versagt", ätzt ein User. "Meine Geduld mit der Sachsen-CDU geht langsam bei aller notwendigen Solidarität gegen null", schimpft eine andere Kommentatorin.

Die Gesundheitsministerin bittet dagegen um Geduld und ringt um Erklärungen. Wegen Quarantäneverfügungen in Alten- und Pflegeheimen habe der Einsatz der mobilen Impfteams vielfach umgeplant werden müssen.

Die Allererste: Hanna Hertzsch (85) aus Zwickau erhielt am Sonntag die erste Corona-Impfung in Sachsen (links: Gesundheitsministerin Köpping).
Die Allererste: Hanna Hertzsch (85) aus Zwickau erhielt am Sonntag die erste Corona-Impfung in Sachsen (links: Gesundheitsministerin Köpping).  © dpa/Hendrik Schmidt

Bereits Zehntausende Impfdosen in Sachsen eingetroffen

Abwarten und Tee trinken: Sachsens Impfzentren (hier in Chemnitz) sind startbereit. Nur ausreichend Impfstoff fehlt noch.
Abwarten und Tee trinken: Sachsens Impfzentren (hier in Chemnitz) sind startbereit. Nur ausreichend Impfstoff fehlt noch.  © Kristin Schmidt

Zudem nähmen die Krankheitsfälle beim Klinikpersonal zu, was die Impfungen aufschiebe. Die bittere Wahrheit verpackt sie zwischen die Zeilen: Es ist noch nicht genügend Impfstoff da, um die Impfzentren zu eröffnen. Die Beschaffung des Impfstoffs ist Bundesangelegenheit.

Derweil wird die am Sonntag gestartete Impfkampagne in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern über Silvester und Neujahr ohne Unterbrechung fortgesetzt, heißt es vom Deutschen Roten Kreuz.

Aber erst ab kommender Woche sollen alle 13 mobilen Impfteams in Sachsen im Einsatz sein. Ziel sei, bis 12. Januar rund 14.000 Impfungen vorzunehmen.

Bis Mittwoch sind in Sachsen 68.250 Impfdosen eingetroffen. Diese Dosen seien bereits komplett verplant. Bis Mitte Januar würden weitere gut 34.000 Impfdosen erwartet, hieß es.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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